Attac Leipzig: Mitlaufen macht mitschuldig – Bankenwechsel jetzt! – Aktion am Samstag vor der Deutschen Bank

Mit einer provokanten Straßenaktion prangert Attac Leipzig die skrupellosen Geschäfte der Großbanken an und zeigt Alternativen auf. Start: Sa. 05.05.2012, 11 Uhr vor der Deutschen Bank (Schillerstraße), danach vor Commerzbank, Postbank und Targobank in der Leipziger Innenstadt. In den vergangenen fünf Jahren hat Attac immer wieder mit kleinen zugespitzten Aktionen auf die Geschäftspraktiken der großen Banken und ihrer zentralen Rolle im globalen Finanzcasino aufmerksam gemacht. (u.a.: Solidarität mit Griechenland, Fälschungsaktion Financial Crimes, Bankenumzug etc.).

Das Straßentheater am morgigen Samstag zeigt, wie Bankkunden mit ihrem Ersparten unwissentlich an den üblen Geschäftspraktiken der Großbanken teilhaben.


Attac-Aktivisten werden darstellen, wie Banker (Josef Ackermann und Konsorten) vier Übel hinter sich herziehen: Hunger, Landraub, Krieg und Atomkraft. Die Bankkunden gehen an dem Schlepptau achtlos vorüber und stopfen den Bankern große Geldscheine in die Taschen, sie laufen also mit und machen sich somit unabsichtlich schuldig.

Aufmerksame Passanten werden danach über Alternativen informiert: Mit dem Bankwechsel zu einer nach ethischen Kriterien wirtschaftenden Bank (z.B. GLS-, Umwelt- oder Ethikbank) kann jeder die Gewissheit haben, dass sein Geld Sinn stiftet und nicht Unheil. Attac nennt den Wechsel zu einer guten Bank die “Krötenwanderung” und möchte mit dieser Aktion die Leipziger Bürger auf die skandalösen Geschäftspraktiken ihrer Banken aufmerksam machen:

Teil der skrupellosen Geschäfte der Großbanken sind Spekulationen auf Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis oder Mais.”Für uns liegt […] auf der Hand, dass die an den Rohstoffbörsen organisierten Wetten mit Mais, Weizen und Soja die Preise zeitweise in schwindelerregende Höhen treiben – und damit Leib und Leben von Menschen gefährden.”, schreibt Thilo Bode von foodwatch. Nach der Finanzkrise 2008 nahmen diese Spekulationen massiv zu,  sodass sich Lebensmittelpreise teilweise mehr als verdoppelt haben. Jetzt können sich die Menschen in Entwicklungsländern das “tägliche Brot” oft nicht mehr leisten. Deutsche Großbanken wie Deutsche Bank und Commerzbank haben große Agrar- und Rohstofffonds in ihre Portfolios aufgenommen, und unterstützen so diese düsteren Spekulationen.

Weit mehr als fragwürdige Geschäfte sind die Investitionen in die Rüstungsexporte für nicht-demokratische Länder, in den Export von atomaren Industrieanlagen oder in den massenhaften Landkauf in Entwicklungsländern durch Agrar-Konzerne, die mit diesem sogenannten “land-grabbing” den vertriebenen Bewohnern die Lebensgrundlage nehmen.

Dass die großen Banken auch noch massiv dabei helfen, Kapital in sogenannte Schattenfinanzplätze zu verbringen und damit Milliarden an dringend in Deutschland benötigten Steuergeldern zu hinterziehen, ist eine weitere traurige Wahrheit. Und die milliardenschwere staatliche Rettung der skrupellos mit fremdem  Geld zockenden Banken hat diese für ihr gesellschaftsschädigendes Handeln auch noch belohnt.

Genug Argumente also, sich dem Aufruf der Leipziger attac-Gruppe  anzuschließen: Mitlaufen macht mitschuldig – Bankwechsel jetzt!

Auch wenn der Bankenwechsel den Einzelnen und die Einzelne anspricht und damit eine konkrete Handlungsmöglichkeit aufzeigt, wollen wir nicht so verstanden werden, dass die Probleme durch einen persönlichen Wechsel gelöst wären. Er ist aber ein Schritt in die richtige Richtung und führt vor allem dazu, dass sich Menschen mit der Frage was eigentlich mit ihrem Geld passiert auseinandersetzen. Trotzdem führt das nicht an der Tatsache vorbei, dass die Eigentumsfrage gestellt werden muss. In einem demokratischen und gemeinwohlorientierten System kann es Privatbesitz an Kapital und Produktionsmitteln, wie er in dieser Form heute existiert nicht geben. Eine demokratische sich dem Gemeinwohl verpflichtete Gesellschaft kann sich große Privatbanken und Versicherungen – und die Profiteure dahinter, nicht leisten. Ohne eine massive Umverteilung und die Vergesellschaftung, kleinteilige Organisierung und Demokratisierung der Banken- und Finanzwirtschaft ist das Problem nicht lösbar.

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An dieser Stelle nochmal der Hinweis auf eine ältere aber noch immer aktuelle Ausgabe der SiG: Was wir wollen!

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Nachtrag: Hier gibt es ein paar Fotos von der Aktion.

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Solidaritaet mit Griechenland! – Aktion der Leipziger Attac Hochschulgruppe am 05.05.2010 vor der Deutschen Bank. Hier mehr dazu: http://mikenagler1.wordpress.com/2010/05/06/solidaritat-mit-griechenland/

Oktober 2008: Sammelaktion in der Innenstadt für unsere “marode Bank”

Wer hat, der hat…

2008: Erstes Bankenrettungspaket: 500 Milliarden Euro Bürgschaften

Attac und Occupy Leipzig

Echte Demokratie, Jetzt! – Bankenumzug am 11.11.2011, Aktionstag von Acampada / Occupy und Attac Leipzig.

Spekulation treibt Nahrungsmittelpreise in die Höhe und schafft Hunger!

Keine Geschäfte mit dem Hunger – Stopp Nahrungsmittelspekulation!

Und noch ein ganz witziger Livemitschnitt der Mittags-Börsen-Nachrichten von ntv vom 27.10.2008:

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