Kommerzialierung von Bildung – Bertelsmann, Teach First und PPP

Seit Jahren treiben verschiedene Akteure auch in Europa die Privatisierung und Vermarktwirtschaftlichung im Bildungsbereich voran – hier bei uns allen voran die Bertelsmann Stiftung. Von einem weltweit privatisierten Bildungssektor, wie es das GATS Abkommen vorsieht, wird nach Schätzung von Weltbank und privaten Investmenthäusern ein jährlicher Gewinn von 2 Billionen US Dollar erwartet.

Öffentliche Dienstleistungen werden seit Jahren gebetsmühlenartig in Misskredit gebracht und Privatisierung als Allheilmittel gepriesen. Das Prinzip der Solidarität auf Gegenseitigkeit wird ersetzt durch das Prinzip der privaten Zahlungsfähigkeit: Es droht das Ende der Gemeinnützigkeit und Gemeinwohlorientierung auch im Bildungswesen. (Emanzipation Humanum)

“Die Bertelsmann-Stiftung ist eine der mächtigsten Denkfabriken im Lande und als solche Leitakteur für ähnlich operierende Berater und Stiftungen. Sie greift aktiv in die Politik auf allen Ebenen von Regierungspolitik bis zur Kommune und zu Netzwerken von Einzeleinrichtungen ein. Dabei versucht sie, wesentliche Bereiche der Gesellschaft betriebswirtschaftlichen Modellen und Motivationstechniken zu unterwerfen. Die soziale Umverteilung von unten nach oben wie Hartz IV, die Gesundheitsreform, die Einführung von Studiengebühren und Studienkonten, Abwälzung gesellschaftlicher Kosten auf die Einzelnen, Unterstützung von undemokratischen kostenträchtigen Privatisierungsvorgängen sind von der Bertelsmann-Stiftung mitentwickelt worden. Ebenso greift das Bertelsmann-Institut Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) mit Vorschlägen zur verstärkten Militarisierung und geostrategischen Ausrichtung der deutschen und europäischen Außenpolitik in die internationale Politik ein.” (aus dem “Aufruf gegen Bertelsmann“, Frankfurt Oktober 2007)

Der Lockruf der Stifter wurde auch in Sachsen gehört. Auch hier lässt sich die Politik seit Jahren von der Bertelsmann Stiftung, nicht nur in Sachen Bildungs- und Hochschulpolitik beraten. Das Neue Sächsische Hochschulgesetz welches seit Anfang 2009 in Kraft getreten ist und welches unter massiver Kritik der Studierendenvertretungen steht, geht in seiner ursprünglichen Form auf das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), dem Think Tank der Bertelsmann Stiftung zurück.

Die Ideologie die verbreitet wird, stieß auch aufgrund der chronischen Unterfinanzierung der Hochschulen auf fruchtbaren Boden. Durch die unzureichenden Mittel für Forschung und Lehre wurden die Hochschulen gezwungen Bereiche auszugliedern und Partnerschaften mit Privatunternehmen einzugehen. Aus einer Antwort der Sächsischen Landesregierung auf eine Anfrage zu Public Private Partnership an den sächsischen Hochschulen wurde eine mehrseitige Projektliste aufgeführt. Die Anfrage wurde 2006 gemeinsam von Studierendenvertretern über Abgeordnete der Fraktion Die Linke eingebracht. Ich finde sie im Moment nur nicht… aber ich stell sie bei Gelegenheit auf den Blog.

Auf den Nachdenkseiten wird ein ähnlicher Bereich der Bildungsprivatisierung beleuchtet bei dem es um nichts anderes als um die Privatisierung von Lehrkräften auf Staatskosten geht – Teach First: Die Privatisierung der Schule auf Staatskosten.

Studiengebühren, Exzellenzseuche, Eliteuniversitäten…  zur Thematik Bertelsmann und seine Einfluss auf Politik und Bildung könnte man mehrere Bücher schreiben… aber ich muss gleich los, deswegen nur noch kurz der Verweis auf ein paar kritische Videobeiträge zum Thema auf KanalB.

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