Beim Betteln beobachtet: Sozialamt kürzt Hartz IV

Als wäre es nicht schon menschenunwürdig genug, dass Menschen in solch einem reichen Land wie Deutschland betteln müssen. Jetzt stellen sich sogar Beamte hin und rechnen dies als Einkommen auf.

Auf der Seite von NDR online gefunden:

Ein Mitarbeiter des Göttinger Sozialamts hat einem Hartz-IV-Empfänger, den er eigenen Angaben zufolge mehrfach beim Betteln gesehen hatte, die Unterstützung gekürzt. Das berichtete NDR 1 Niedersachsen am Donnerstag. Der Mitarbeiter des Fachbereichs Sozialdienst kündigte laut dem Bericht in einem Schreiben an, einen Betrag von 120 Euro als Einkommen durch Betteln von der Sozialhilfe abzuziehen. Die Summe habe er hochgerechnet, nachdem er den Mann mehrfach beim Betteln in die Blechdose geschaut habe.
“So weit unten waren wir noch nie”

Manfred Grönig vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Göttingen reagierte erschüttert: “So weit unten waren wir noch nie”, sagt er NDR 1 Niedersachsen. Das Schreiben des Sozialamts sei demütigend und unterstelle, dass der Mann durch Betteln ein regelmäßiges Einkommen habe. Der Wohlfahrtsverband überprüft den Angaben zufolge nun, ob die Hochrechnung und die damit verbundene Kürzung rechtens sind. Die Stadt Göttingen will einen Weg finden, wie der Sozialhilfesatz gerecht berechnet werden kann. Mitarbeiter des Sozialamtes würden nicht darauf trainiert, Sozialhilfeempfänger aufzuspüren, die ein zusätzliches Einkommen hätten, sagte ein Sprecher.

Quelle: NDR 1 Niedersachsen

 

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In dem Zusammenhang auch der Hinweis auf den Armutsatlas des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.

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4 Antworten

  1. Ich bin empört , zornig und fassungslos das Mitarbeiter einer Behörde so weit gehen ! So was unsoziales und unchristliches in so einer reichen Gesellschaft in der wir leben, ich kann es nicht glauben .

  2. Was alle wissen: Ohne Arbeitszeitverkürzung kann es Vollbeschäftigung
    bei steigender Produktivität nicht geben.
    Nicht alle wissen: Seit 2005 werden Erwerbslose wieder durch Hunger
    bedroht, besonders Jugendliche im Alter unter 25 Jahren.
    Schon beim ersten „Obliegenheitsverstoß“ kann ihnen
    die Regelleistung auf n u l l gesenkt werden
    (gemäß § 31 Abs. 5 SGB II infolge der Hartz-Gesetze).
    Vgl. http://tinyurl.com/5u9h2k9
    http://www.sanktionsstudie.de
    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/090731_sanktionen_gegen_arbeitslose.pdf
    Geben Sie Ihre Unterschrift für die Entwaffnung der Regierenden
    in ihrem Kampf gegen Erwerbslose?
    http://www.sanktionsmoratorium.de

    Der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte
    rügte Deutschland in seiner Sitzung im Mai 2011 öffentlich und forderte auf,
    „sicherzustellen, dass seine Systeme zur Arbeitslosenhilfe die Rechte des Individuums
    zur freien Annahme einer Beschäftigung seiner oder ihrer Wahl ebenso wie
    das Recht auf angemessene Entlohnung“ respektieren:

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