Deutsche Bank: Schwarze Zahlen durch dunkle Geschäfte – Protest bei Hauptversammlung – Attac-Kampagne für Bankwechsel startet

Unter dem Motto “Schwarze Zahlen durch dunkle Geschäfte” haben Aktivistinnen und Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank am heutigen Donnerstag in Frankfurt am Main gegen die Geschäftspolitik des Instituts protestiert. Die Globalisierungskritiker hielten über die Köpfe der ankommenden Aktionäre Papp-Sprechblasen, auf denen Aussagen standen wie “Ich finanziere Waffen und Kriege. Ich bin DeutscheBank-Aktionär”, “Im Krisenfall zahlst Du. Ich bin DeutscheBank-Aktionär” oder “Viele Politiker sind Marionetten. Ich bin DeutscheBank-Aktionär”. Auch im Inneren der Halle sahen sich die Aktionäre mit dem Protest der Globalisierungskritiker konfrontiert: Überraschend entrollten Attac-Aktive zu Beginn der Rede von DeutscheBank-Chef Josef Ackermann Banner mit den Aufschriften Deutsche Bank: Tödliche Gewinne” und Deutsche Bank: Sofort stilllegen!”.

Im Jahr drei nach der Lehman-Pleite ist die Deutsche Bank größer als zuvor, ihre Macht ist ungebrochen, ihr Einfluss auf die Politik ungeheuer. Keine Bank in Deutschland hat so viele Niederlassungen in Schattenfinanzplätzen, keine andere macht so viele Geschäfte mit der Atomindustrie, keine wettet so massiv auf Preissteigerungen von Nahrungsmitteln. Die Finanzkrise von 2008 ist inzwischen in die Schuldenkrise einiger EU-Länder gemündet. Auch dort geht es im Kern immerzu um die Banken, die ihre Vorteile sichern, während Millionen von Menschen das Nachsehen haben. Wir sind gerade drauf und dran, das gemeinsame Europa den Banken zum Fraß vorzuwerfen. Die Politik hat versagt.

Die Aktion war eingebettet in die beginnende Kampagne “Krötenwanderung jetzt! Bank wechseln, Politik verändern!”, mit der Attac die Bürgerinnen und Bürger aufruft, Großbanken wie der Deutschen Bank – inklusive ihren Töchtern wie der Postbank – den Rücken zu kehren und sich zugleich politisch für eine strenge Regulierung des Bankensektors stark zu machen. Der Bankwechsel ist eine Abstimmung mit den Füßen, aber zugleich ein weiterer Schritt in der Auseinandersetzung. Die Kampagne zielt darauf, dass Kontoinhaberinnen und -inhaber zu Banken wechseln, die stabil sind, ethisch handeln und transparent wirtschaften. Das kann natürlich nur ein Schritt sein, aber auf jedenfall ein Weg mit dem Druck auf Regierungen aufgebaut werden kann. Letzten Endes wird man nicht an der Eigentumsfrage vorbeikommen.

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