Studienplätze in Leipzig – Das Rennen beginnt am 1. Mai

Zum 1. Mai 2011 startet auch die Bewerbungsfrist für künftige Studierende der HTWK Leipzig. Die Hochschule nimmt ab dann alle Bewerbungen zum Wintersemester 2011/2012 entgegen. Aufgrund der Kürzungspolitik der CDU/FDP Landesregierung wurde die Hochschule allerdings gezwungen, in diesem Jahr die Zahl der zugelassenen Studienanfänger stark nach unten zu korrigieren. Die Studienanfängerzahl betrug in den vergangenen Jahren im Schnitt 1300 Erstsemester/innen. Nun  zwingt das Ministerium die Hochschule dazu diese Zahl in diesem Jahr auf 1000 (+/- 5 %) Erstsemester/innen zu senken. Damit werden im Wintersemester 2011/2012 sehr viel weniger Studierende als in den vergangen Jahren ein Studium aufnehmen können.

Unverständlich ist das auch unter dem Gesichtspunkt der starken Nachfrage der Studienplätze. Allein im vergangen Jahr hatten sich über 10.300 Personen um einen Studienplatz an der HTWK beworben. Für dieses Jahr ist mit einem ähnlichen Ansturm zu rechnen. Die durch die Kürzungen erzwungenen Entwicklungen müssen daher mit großer Sorge gesehen werden. Seit Jahrzehnten wird aufgrund demografischer Entwicklungen von einer stark zurückgehenden Zahl der Studierenden gesprochen und dies als Argument für massiven Abbau in der Hochschul- und Wissenschaftslandschaft angeführt. Der Abbau hat stattgefunden und findet weiterhin statt, der Rückgang der Studierendenzahlen allerdings – ist bisher noch nicht eingetreten.

Hier ein Schreiben des Hochschulrates der HTWK an das Ministerium vom April 2011:

Zielvereinbarung für das Jahr 2011 zum Hochschulpakt 2020, 2. Phase

Frau Staatsministerin,
sehr geehrte Frau Professorin von Schorlemer,
in seiner 7. Sitzung am 29. März 2011 hat der Hochschulrat der HTWK Leipzig die zur Unterzeichnung vorliegende Zielvereinbarung zwischen dem SMWK und der Hochschule für das Jahr 2011 beraten. Im Ergebnis stellt der Hochschulrat fest,
– dass das erzielte Verhandlungsergebnis nicht zulässt, dass die Hochschule ihre bisher erfolgreiche Arbeit in der Gewinnung und Heranbildung von Studierenden mit Schwer-punkt in den MINT-Fächern und in der Entwicklung zukunftsträchtiger und innovativer weiterer Kompetenzfelder im Jahre 2011 wie geplant fortsetzen kann,
– dass die für das Jahr 2011 jetzt zugesagten Mittel von 600 Tsd. € der Hochschule lediglich gestatten, die Lehre für die in den letzten Jahren zusätzlich immatrikulierten Studierenden im Wesentlichen abzusichern (Ausfinanzierung des HSP 1) und
– dass die erheblichen Anstrengungen der Akteure in Wirtschaft, Verbänden und Verwal-tungen und in der Hochschule selber für einen auf die regionalen Entwicklungs-erfordernisse abzielenden Ausbau der Hochschule durch eine Hochschulpolitik unter-laufen werden, die sich bisher vor allem durch eine weitgehend undifferenzierte Gleichbehandlung der Fachhochschulen – pro FH 600 Tsd. € – charakterisieren lässt.
Unverständlich ist, dass die HTWK Leipzig durch die Mittelbegrenzung in der Zielvereinbarung gezwungen wurde, die Anzahl der Hochschulerstsemester auf den Zielkorridor von 1.000 + 5 % im Jahr 2011 abzusenken, obwohl die Hochschule in den Vorjahren im Durchschnitt ca. 1.300 Erstsemester immatrikuliert hat – einer Zielzahl, der sich die Hochschule bei entsprechend erweiterter Mittelzuweisung gestellt hätte.
Der Hochschulrat ist deshalb in ernster Sorge um die Leistungsfähigkeit der Hochschule und erachtet als unabdingbar,
– dass die Hochschule Planungssicherheit durch ihre Mittelzuweisung erhält,
– dass die Verbesserung der Qualität der Lehre abgesichert wird, insbesondere durch Angleichung der Betreuungsrelationen an den Landesdurchschnitt und
– dass die Bedeutung der HTWK Leipzig als Zentrum ingenieurwissenschaftlicher und technischer Ausbildung und dessen Ausbau für Westsachsen als Zielsetzung auch in der Landespolitik erkennbar werden.
Der Hochschulrat stimmt der Entscheidung des Rektorats zu, das vorliegende Verhandlungsergebnis für das laufende Jahr zu unterzeichnen, damit die notwendigen Entscheidungen getroffen und die Durchführung von Studium und Lehre gesichert werden können, wenn auch auf deutlich niedrigerem quantitativen Niveau.
Der Hochschulrat erwartet jedoch für die Folgevereinbarungen eine Berücksichtigung der genannten Ziele und sieht insbesondere eine Abkehr von der jetzt angewandten Methodik der Verteilung eines für alle Hochschulen zu geringen Volumens in gleiche Beträge pro Hochschule unabhängig von strukturellen Erfordernissen als unabdingbar an. In den vorbereitenden Entscheidungsprozess zu dieser Neugestaltung sollten die Hochschulen einbezogen werden.

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Eine Antwort

  1. […] bereits in diesem Wintersemester dazu, dass die Zahl der neuimmatrikulierten Studierenden massiv nach unten korrigiert werden musste. Trotz einer Zahl von Bewerberinnen und Bewerbern die oberhalb der 10.000 liegt […]

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