Bundesweiter Bildungsstreik – Für Solidarität und freie Bildung! – Proteste am 17.11.2011

Mit dem eben begonnenen Wintersemester hat sich die materielle Situation an den Hochschulen erkennbar verschärft: Infolge des Studienbeginns der doppelten Abiturjahrgänge sowie der Abschaffung der Wehrpflicht strömten doppelt so viele Erstsemester wie sonst an die Hochschulen, ohne dass deren Mittel adäquat aufgestockt worden wären. Die Folgen sind sichtbar: noch mehr überfüllte Hörsäle, weiter zunehmende Wohnungsnot in vielen Städten und Tausende, die keine Zulassung zum Studium erhalten und für Jahre aufs Abstellgleis geschoben werden.

Deshalb wird es am morgigen 17. November 2011 einen bundesweiten Bildungsstreik geben: Demos, Proteste, Besetzungen und andere Aktionen sind geplant. An einigen Hochschulen haben sich Initiativen mit Bezugnahme auf die Finanzkrisen-Proteste wie „Occupy University“ gegründet. Auf der Homepage des bundesweiten Bildungsstreiks findet Ihr eine Liste der Demonstrationen am 17. November.

In Leipzig fand bereits am Montag eine Demonstration unter dem Motto „Kürzer gehts nicht!“ gegen die von der CDU-geführten Landesregierung geplanten massiven Stellenkürzungen im Hochschulbereich statt. Am Donnerstag gibt es in Leipzig Proteste gegen die Kürzungen im KiTa-Bereich.

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Bildungsstreik 2011 - Für Solidarität und freie Bildung!

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12 Antworten

  1. Hallo Mike,

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    GEW-Newsletter Hochschule und Forschung
    17.11.2011: „Hochschulen fit für Studentenansturm machen“
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    Bildungsgewerkschaft zu den bundesweiten Bildungsprotesten

    Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Bund und Länder aufgefordert, die Hochschulen endlich fit für den Ansturm von immer mehr Studienanfängern zu machen. „Studienplatzmangel, Zulassungschaos, schlechte Betreuungsverhältnisse, Wohnungsnot – die Lage an den Hochschulen hat sich dramatisch zugespitzt. Deshalb protestieren in dieser Woche zu Recht viele Studierende – die Politik darf jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen,“ sagte das für Hochschulen verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller mit Blick auf den Kristallisationspunkt des „Bildungsstreiks“ am Donnerstag. Heute finden beispielsweise in Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Dresden, Frankfurt und Köln Aktionen von Studierenden und Schülern statt.

    Nach Angaben der GEW fehlten allein im laufenden Wintersemester 50.000 StudienanfängerInnenplätze, gleichzeitig blieben in zulassungsbeschränkten Studiengängen Plätze unbesetzt. „Bund und Länder müssen den Hochschulpakt aufstocken und für den raschen Start eines bundesweiten Zulassungssystems sorgen“, mahnte Keller. „Um eine ausreichende Betreuung der vielen neuen Studierenden sicherzustellen, müssen die Hochschulen mehr Dozentinnen und Dozenten einstellen – und zwar nicht nach dem Hire-and-Fire-Prinzip für ein oder zwei Semester, sondern längerfristig. Nur so ist die Kontinuität und Qualität von Lehre und Studium zu gewährleisten“, sagte der GEW-Vertreter.

    Keller forderte zudem wirksame Maßnahmen, um die Wohnungsnot der Studierenden zu bekämpfen. „Während doppelte Abiturjahrgänge an die Hochschulen strömen, schraubt sich in vielen Uni-Städten die Mietpreisspirale nach oben. Noch immer campieren viele Erstsemester in Notunterkünften. Darunter leiden nicht nur die Betroffenen, auch der Lehrbetrieb wird beeinträchtigt, wenn Studierende schlecht vorbereitet oder unausgeschlafen in die Veranstaltungen kommen. Die GEW unterstützt die Forderung des Deutschen Studentenwerks nach 25.000 zusätzlichen Studentenwohnheimplätzen“, erklärte Keller.

    Info: Eine Übersicht der am Donnerstag im Rahmen des „Bildungsstreiks“ geplanten Aktivitäten finden Sie unter: http://www.bildungsstreik.net/proteste-am-17-november-2011/ .

    Eine Information der GEW zur „Lage an den Hochschulen“ erhalten Sie in der Anlage.

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    read.me – Neue Ausgabe der GEW-Zeitung für Studierende

    Die Lage an den Hochschulen ist auch Gegenstand der neuen Ausgabe der GEW-Zeitung für Studierende read.me, die in den nächsten Tagen bundesweit an den Hochschulen verteilt wird. Schon jetzt steht die Zeitung kostenlos online zur Verfügung – sie kann im read.me-Archiv im Internet heruntergeladen werden: http://www.gew-bass.de/read.me-Archiv.html. Themen u. a.: Der Herbst wird heiß; 40 Jahre BAföG; Die wichtigsten Fragen zum BAföG-Antrag; Überlegungen zu einem Bildungsgeld; Denkmal für die unbekannte Promovendin; Interview zur Deutschen Burschenschaft; GEW-Seminare für Studentinnen und Studenten. Wer die read.me lieber gedruckt lesen möchte oder an der eigenen Hochschule verteilen – bitte eine E-Mail an christine.sturm [at] gew.de.

  2. Erfolgreicher Bildungsstreik-Protest in Köln

    Das Kölner Bildungsstreik-Bündnis ist erfreut über den guten Zulauf bei der heutigen Bildungsstreik-Demonstration. Nach Angaben der Polizei nahmen ca. 3500 Personen an dem Demonstrationszug quer durch die Kölner Innenstadt teil.

    Dazu Leonard Haas, Mitglied der BezirksschülerInnenvertretung (BSV) Köln: „Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sind auf die Straße gegangen und haben ihren Unmut über die Zustände im Bildungssystem zum Ausdruck gebracht. Wir fordern die Abschaffung von G8 und eine Schule für Alle, damit der Bildungserfolg nicht länger von der sozialen Herkunft abhängt. Dafür haben wir heute ein Zeichen gesetzt.“

    Katharina Sass, Mitglied des AStA-Vorstands der Uni Köln, fügt hinzu: „Bei spätherbstlichem Sonnenschein und bei guter Musik haben wir heute gezeigt, dass Protest Spaß machen kann. Es tut gut, sich nicht alles gefallen zu lassen und endlich aufzustehen gegen die Gängelei des Bachelor-Master-Systems. Wir wollen Demokratie, wir wollen gehört werden! Und wir werden weitermachen, bis sich etwas ändert!“

    Auch bei der Occupy-Cologne-Demonstration will das Bildungsstreik-Bündnis sich heute beteiligen. Die Demo startet um 17:30 am Rudolfplatz und zieht von dort zur Universität. Unter dem Motto „Geld für Bildung statt für Banken“ wird auch dort für eine sinnvollere Prioritätensetzung in der Politik demonstriert.

  3. Aus Darmstadt:

    „….einige tausend Menschen haben hier demonstriert heute an dem Sternenmarsch und der anschließend Demonstration teilgenommen haben.

    anschließend sind rund zwei hundert Menschen in die Gebäude der Stadtverordnetenversammlung gezogen. derzeit werden Workshops und plena abgehalten. wir richten uns ein. [..]

  4. “ [..] In Dortmund waren wir 1200 – 1500.
    (1000 sagt die Polizei…aber wenn die zählen könnten wären sie ja nicht zur Polizei gegangen….)

    http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/Wallsperrung-durch-Schuelerdemonstration;art930,1470818 […]“

  5. […] die Studierendenvertretung der LMU München rief heute am 17.11.2011 eine Vollversammlung im Anschluss an die Bildungsproteste ein. Diese findet aktuell im Hauptgebäude im Raum B101 statt. Die Univerwaltung droht den circa 50 Studierenden sie polizeilich zu räumen. Die Studierendenvertretung ist das einzig demokratisch legitimierte Gremium an der Universität München und fordert die Vollversammlung und ihren bildungspolitischen Protest fortzusetzen. Die Univerwaltung hat mehrere Türen des Hörsaales abgeriegelt. […]

  6. Bildungsstreik-DemonstrantInnen in Berlin heute: 6000-7000.

  7. […] Hildesheim über tausend Menschen. […]

  8. [..] In Potsdam über 400. [..]

  9. [..] Freiburg hatte 900 [..]

  10. […] Frankfurt ca. 2000 […]

  11. „[..] Hier ein paar photos von der fu gestern und der berliner Demo
    http://www.flickr.com/photos/rubenneugebauer/tags/bildungsstreik/show/ Sind unter cc-lizenz

    Pressespiegel hat wahrscheinlich noch niemand gebastelt, aber ungefähr 250 Artikel könnt ihr schonmal hier:
    http://www.google.de/search?aq=f&hl=de&gl=de&tbm=nws&btnmeta_news_search=1&q=Bildungsstreik […]“

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