Ein Endlager in Gorleben ist mit uns nicht zu machen!

Mit der Ankündigung eines vorläufigen Erkundungsstopps erkauft sich Norbert Röttgen und die Bundesregierung nur Zeit, um den Standort Gorleben in einigen Jahren umso besser durchsetzen zu können. Denn Teil des Vorschlages ist auch, keinen weiteren Salzstock auf seine Eignung als Endlager zu untersuchen. Damit steigt sogar die Wahrscheinlichkeit, dass zum Schluss trotz aller geologischen Fakten Gorleben zum Endlager wird.

Nachdem in den letzten Monaten die Unterhändler aus den Umweltministerien an einem Gesetzesentwurf gearbeitet haben, treffen sich am morgigen Dienstag, 24. April, nun die Spitzenpolitiker der Parteien. Unter Leitung von Umweltminister Röttgen werden u.a. Trittin, Kauder sowie Steinmeier über die Zukunft von Gorleben sprechen.

Gemeinsam mit anderen Organisationen ruft .ausgestrahlt dazu auf, dieses Treffen mit einer Demonstration vor dem Bundesumweltministerium kritisch zu begleiten. Mit einer kreativen Aktion wollen wir unsere Besorgnis über Röttgens „Endlager-Suche“ zum Ausdruck bringen:

Auf einer großen Deutschlandkarte wird die Endlagersuche nachgespielt – mit einem Ball als Symbol für Atommüllfässer versucht unser Röttgen-Double ein Endlager zu finden. Doch ganz gleich, wo er auf der Deutschlandkarte ansetzt, der Ball rollt immer wieder ins Gorleben-Loch.

Wenn ihr in Berlin seit: Kommt für eine Stunde zur Demo und zeig Röttgen & Co.: Ein Endlager im maroden Salzstock ist mit uns nicht zu machen!

Dienstag, 24. April
16.30 Uhr – ca.17.30
am Bundesumweltministerium
Stresemannstr. 128-130 (nahe Potsdamer Platz)

Gorleben taugt nicht als Endlager, denn…

… strahlende Abfälle in Salz zu lagern hat viele Nachteile.
Das plastische Gestein drückt die Lagerkammern zusammen, so dass die Behälter platzen. Das Salz steigt durch den Druck stetig nach oben, ist extrem wasserlöslich und zersetzt sich durch radioaktive Strahlung. Eine wasserundurchlässige Tonschicht über dem Salz fehlt. Radioaktive Stoffe können direkt ins Grundwasser gelangen, das den Salzstock ständig ablaugt.

… ein Endlager in Gorleben wäre auf Gas gebaut.
Unter dem Salzstock liegt ein riesiges Erdgas-Vorkommen, aus dem das Gas bis zu den Lagerplätzen des Atommülls aufsteigen kann. Die starke Hitze des radioaktiven Abfalls sorgt dann dafür, dass sich das Gas ausdehnt und neue Risse ins Salz sprengt.

… für Gorleben als Endlager-Standort sprach Mitte der 1970er Jahre nicht die Geologie,
sondern die Nähe zur DDR. Niedersachsen wollte sich bei der Standortauswahl so für das grenznahe DDR-Endlager Morsleben rächen, Motto: „Jetzt werden wir’s denen mal zeigen!“

… bereits das Vorbild für Gorleben ist dramatisch gescheitert.
Die Atommüllkippe ASSE II bei Wolfenbüttel droht schon nach wenigen Jahrzehnten abzusaufen und einzustürzen. Radioaktive Stoffe könnten dann das Grundwasser großräumig verseuchen. ASSE II galt jahrzehntelang offiziell als Pilotprojekt für das geplante Endlager in Gorleben.

… 35 Jahre Lügen sind keine Basis für ein Endlager.
Frisierte Gutachten verschleiern seit Jahrzehnten die geologische Untauglichkeit des Gorlebener Salzstocks. Unter dem Deckmantel der „wissenschaftlichen Erkundung“ treibt die Regierung tatsächlich den Bau des Endlagers ohne Beteiligung der Öffentlichkeit voran. Sicherheitsanforderungen reduziert sie solange, bis es passt. Und genau jene „Experten“, die schon die einstürzenden Atommüllkippen ASSE II und Morsleben für „sicher“ erklärt haben, sollen nun noch die angebliche „Sicherheit“ von Gorleben bescheinigen.

Außerdem:

Erlebe den kreativen Widerstand im Wendland: Kulturelle Umzingelung in Gorleben am 28. April

Nächste Woche Samstag, am 28. April, ist es so weit: Mach mit bei der Umzingelung des Salzbergwerks und erlebe, dass Endlager-Verhindern auch ganz ohne strenge Mine möglich ist: die einen singen, die anderen tanzen und alle gemeinsam gehen gegen das Endlager an! Mehr dazu auf den Seiten der BI Lüchow-Danneberg und hier auf den Seiten von .ausgestrahlt.

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Hier einige alte Bilder von unserer Demonstration mit „Endlagersuche“ in Leipzig im September 2009:

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