Goldrausch – Die Geschichte der Treuhand

Diese Woche habe ich mir den Film „Goldrausch – Die Geschichte der Treuhand“, der sich mit einem der dunkelsten Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte beschäftigt angesehen. Unter den Eindrücken der Ereignissen der letzten Jahre sind Parallelen deutlich zu erkennen. An dieser Stelle möchte ich einige Bemerkungen und Einschätzungen zum, dem Film zugrunde liegenden Buch und der Verfilmung, von einem Mitstreiter aus dem APRIL-Netzwerk, Prof. Wolfgang Weiler, wiedergeben.

„…aber es mußte ja sein!“?
Bemerkungen zum Film Goldrausch 2012, BRD

Ein ehemaliger TREUHAND-Direktor, der sich ohne Personenschutz öffentlich Fragen stellt. Ein Dokumentarfilm, der einen „Goldrausch“ im Zusammenhang mit eben jener TREUHAND thematisiert. Und ein Filmpublikum, das trotz verhaltener Empörung (über das Dokumentierte), doch bei gemäßigten Fragen und Bemerkungen bleibt – das sind mehrere Abendüberraschungen auf einmal! Ort des Geschehens die Cinémathèque in Leipzig, am 06.09.12 – 20 Uhr (Übrigens gibt es im Internet eine Liste, wo und wann der Film – nicht gar zu häufig – anderswo anläuft.)

Was da gezeigt wird, sind Schlaglichter auf das TREUHAND-Geschehen aus den anfänglichen 90er Jahren. Herr Rohwedder („der Sanierer“), Frau Breuel (die „Liquidatorin“), hohe Beamte des Bundesfinanzministeriums und des Treuhandapparates sind in historischen oder auch jüngeren Sequenzen zu sehen und hören. Selbstredend auch der damalige Kanzler sowie ehemalige DDR-Bürger, trunken ob der gemachten Versprechungen und Aussichten und der ersten DMarkscheine – später protestierend und demonstrierend gegen Abwicklungen von Unternehmen und Menschen.

„ZeitOnline“ überschreibt die Besprechung des Films mit: “TREUHAND – eine Geschichte von Glücksrittern und Ganoven“. Von „Bestechung, Betrug, Bereicherung“ ist da die Rede, offenbar echter „Wirtschaftskriminalität“! Stimmt, so zeigt es der Film. Solche Genannte finden sich auf der Seite der „Investoren“-Bewerber vor allem, jedoch sehr wohl auch unter den „Treuhändern“.
Exemplifiziert wird das an Vorgängen um einzelne Objekte des Begehrens, am Beispiel der Niederlassung Halle, durch Befragen führender Mitarbeiter der Treuhand und des Bundesfinanzministeriums.

Für manchen sehr aufmerksamen Zeitgenossen mag der Film wie eine Zusammenfassung all dessen wirken, was da in den Medien irgend wann zu Beginn der 90er Jahre mit diesem oder jenem Akzent zu lesen war, wie eine bildhafte Auffrischung des Gedächtnisses. Andere Besucher mögen überrascht sein. Insofern wäre es ja nicht ganz verkehrt , wenn der Film (vgl. Trailer) doch etwas mehr noch in westdeutschen Städten liefe, selbst wenn auch hier nur in Kinos am Rande.

Von den Begehrenden werden genannt beispielsweise – „die Banken“ (die als erste da waren), der Thyssen-Konzern (der 200 ostdeutsche Objekte erworben haben soll) usw., natürlich auch diverse besonders auffällige und burschikos operierende Einzelkämpfer. Nur sehr, sehr wenige kamen vor ein Gericht oder gar hinter Gitter. Von den Verantwortlichen sind zu sehen und zu hören z.B. Helmut Kohl (der bekanntlich per Ehrenwort seine Parteienspender gegen Eid und Gesetz bis heute vor Strafverfolgung schützt) und ein ehemaliger Verantwortlicher des Finanzministeriums, der freimütig bestätigt, daß das zwar bewußt verschleiert worden sei, jedoch jeder einzelne Verkaufsvertrag der Treuhand durch dieses Ministerium gelaufen ist und dort bestätigt werden mußte. Das ist eine der vielleicht brisantesten und bisher wohl nicht so bekannten Aussagen des Films.

Der oben besagte Treuhanddirektor heißt Klaus Kamprath. Er stammt aus einer Halberstädter Familie (kennenzulernen in Wibke Bruns´ “Meines Vaters Land“), studierte und avancierte zum Spitzenmanager aber in der Bundesrepublik bzw. den USA. Es ist jener ehemalige Treuhanddirektor der Niederlassung Halle, der sich dem Filmpublikum stellt. Der Mann hatte Zeit, über „damals nachzudenken, auch selbstkritisch. Man glaubt ihm seinen guten Willen und Elan, mit dem er da einstieg bei der TREUHAND und Gutes tun wollte. Man glaubt ihm auch seine anfängliche Naivität und Ahnungslosigkeit gegenüber dem Geschehen und seinen Hintergründen, auf das er sich da einließ. Auch seine Management-Erfahrungen reichten nicht an derartigen Dimensionen. Im Publikumsgespräch sagt er: „Ja, ich hätte vielleicht gehen müssen.“ Ja, vielleicht.

Die gute Absicht möchte man mehreren abnehmen, die da filmisch vorgeführt werden, einigen auch das Überfordertsein, die beamtentreue Weisungsausführung u.ä. Den Bürgerrechtlern Artzt und Gebhardt (die eine andere Art von TREUHAND wollten) wie auch Günter Nooke, Detlef Scheunert und Chistoph Partsch, Reinhard Höppner (als Ministerpräsident von SachsenAnhalt mit dem Leunaskandal konfrontiert), vielleicht auch Echhart John von Freyend (Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium) u.a.m.

Was sich bei Klamroth und Scheunert sowie den Vertretern der obersten TH-Ebene, der Regierung u.a. allerdings mehrfach wiederholt, ist dieses „…aber es mußte ja sein!“ Da ist es wieder, das TINA-Prinzip der Frau Thatcher, politischer Wegbereiterin des Neoliberalismus. Es mußte ja sein, also : „Es gibt keine Alternative“.
Was mußte sein? Für wen „mußte“ was sein und warum? Oder aus welchen Sachgründen mußte etwas sein – was? Und welche Alternativen gab es, um Unvermeidliches zu tun? Diese Fragen stellt der Film nicht.

Nein, keiner dieser Akteure hat sich auch nur im geringsten um den „Runden Tisch“ und seine alternativen Vorschläge gekümmert, gar irgendwelche Kontakte aufgenommen zu Bürgerrechtlern (wie Werner Schulz, der im Film wichtige Wahrheiten ausspricht). Die ursprünglichen Intentionen von Bürgern und (Nachwende-) Volkskammer bei Konzept und Beschluß zur Bildung einer TREUHAND wurden komplett auf den Kopf gestellt – doch sicher von irgend jemand und mit Absichten?

Klaus Klamroth spricht für sich diese seinerzeit absolute Selbstsicherheit gegenüber der beispiellosen Aufgabe aus, dieses Überlegenheitsgefühl gegenüber den Ostlern da. Es ist kaum anders zu erklären als aus der maßlosen  Arroganz des Erlebens eines (zunmindest zeitweiligen) System-Sieges. Allerdings sind auch Neuschüler der „Betriebswirtschaft“ (Volkswirtschaftslehre wird gar nicht erwähnt) in ihrer Begeisterung für das Siegersystem zu rigorosem Umsetzen zerstörerischer Weisungen ohne großes Hinterfragen bereit. Hätten auch sie vielleicht „gehen müssen“?

Soll der Zuschauer es nun glauben, dieses „…aber es mußte ja sein!“, hinter dem zudem steht „und irgendwer mußte es ja tun“? Oder sollte er auch nach 20 Jahren nochmals seinerzeitige Alternativen nachfragen? Das hängt wohl mit der Frage zusammen, ob man aus der Geschichte lernen kann, wer, was und wie.

Man kann sich auch dem Eindruck nicht verschließen, daß bis heute keiner der im Film vertretenen TREUHAND-Akteure begriffen hat, wie viel Lebenwege mit ihrer Hilfe abgebrochen wurden, wie viele Engagement mißachtet, wie viele Familien zerstört, welche Unmassen an lebendem und totem Produktivkapital vernichtet wurden. Das war zweifellos Mitwirkung an einem historisch in Friedenszeiten mit solchen Ausmaßen noch nie dagewesenem Geschehen, im Film wird es eine beispiellose Enteignung genannt – eine historische  Großtat war es dennoch nicht.
Mit den Folgen ihres Tuns für Einzelschicksale, geschweige den massenhaften Einzelschicksalen scheint sich auch von den gutwilligen und insofern  glaubhaften Akteuren noch keiner recht beschäftigt zu haben. Eben deshalb reicht es bis heute bei keinem zu einer Entschuldigung. Oder dominiert das „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ noch immer gegenüber diesen kleinen Ossis da?
07.09.12 (W.W.)

Nachbemerkungen:

1. Noch etwas spart der Film aus. Zwar wird ausgesprochen, daß die TREUHAND bei ihrer medienwirksamen vorgeblichen „Liquidation“ lediglich formal umbenannt, als Rechtssubjekt jedoch fortgeführt wurde. Daß diese maskierte TREUHAND jedoch bis heute fortwirkt, von Kommunen jahrzehntelang als ihren Besitz angesehene Seen verkauft und gleichfall Land, Grund und Boden, den sie einst als ihr Eigentum angesehen und verpachtet hatte, nach Ablauf der 20-Jahres-Verträge meistbietend zum Kauf anbietet, das blieb verborgen und gehört doch aber dazu.
Weiter: Mit welchem moralischen Recht und welcher Klugheit(?) wurde „rechtspraktisches“ Kommunaleigentum (wie auch z.B. Gewerkschaftseigentum) mit dem Anschluß der DDR schlicht als sozialistisches Staatseigentum behandelt und in Bundeseigentum übernommen? Auch das bleibt unerörtert. Warum wurde es bis heute nicht korrigiert?… Gewiß, die Zuschauer haben selbst einen Kopf zum Denken. Für Anstöße sollten sie den Filmemachern dankbar sein.

2. Ganz unklar bleibt das Verhältnis zwischen dem Film und einem Buch, das man bereits zuvor lesen konnte. Dirk Laabs schrieb: “Der deutsche Goldrausch. Die wahre Geschichte der Treuhand.“ Zwar stammt der Titel wohl eher vom Verlag (denn D.L. weiß natürlich sehr gut, das kein gesamtdeutscher und auch kein undifferenziert westdeutscher Goldrausch existierte), aber ansonsten enthält das Buch hochprozentig die Materialien, die der Film nutzt. Ist D.L. jener Regisseur, der nicht genannt sein will – weil er den Film nicht ganz so bringen durfte wie er es wollte? Die Auseinandersetzungen dazu wären interessant.

3. Besagtes Buch (vor allem beruhend auf Medienmaterialien) endet mit der Aussage, daß die Zeit reif sei für die Freigabe der Archive und die unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung ihres Materials. Der Film endet mit der ernüchternden Mitteilung, daß aus steuerlichen Gründen weitere 30 Jahre Sperrfrist per Gesetz vorgegeben seien.

4. Der Film provoziert die Frage, ob der Siegeszug der neoliberalen Enteignungen von Staats- und Kommunaleigentum (auch im Westen“!)
nicht in eben jenen Vorgängen um die Treuhand seinen nie gekannten Aufschwung erfuhr. War man so schön im Nehmen?
In der vielfarbigen Zuschauerdiskussion wurde u.a. hervorgehoben, daß man ohne die einschlägigen Informationen keine Lehren ziehen könne – auch nicht für die Auseinandersetzungen um die Banken-, bzw. Euro- bzw. EU-Rettung.
Ja, eben!
D.O.

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Dirk Laabs: Der deutsche Goldrausch. Die wahre Geschichte der Treuhand.

Es ist schon ein Weilchen her, daß ich ein Buch mit über 700 Seiten Wort für Wort gelesen habe. Dabei gibt mir dies keine überraschend neuen allgemeinen Erkenntnisse zum Thema. Sogar an viele geschilderte Einzelfälle erinnere ich mich. Man hat irgendwann davon gelesen oder gehört.
D.L. ist Journalist, ein investigativer. Er hat sich in sein Thema verbissen und ein hoch interessantes Buch geschrieben, ein wichtiges sicher nicht nur für mich. Seine Quellen sind vor allem Printmedien, aber auch andere. Er hat Berichte, Prozeßmaterialien, einige einschlägige Bücher herangezogen, Akteure „von damals“ interviewt. Und er hat gut nachvollziehbar und lesbar aufgeschrieben.

Titel und Untertitel des Buches sind unzutreffend, man kann den Verlag dahinter vermuten, die Verkaufsabteilung. Es gab keinen „deutschen“, sondern bestenfalls einen westdeutschen Goldrausch. Aber auch das ist falsch. Die meisten Westdeutschen waren davon nicht betroffen, wohl nicht einmal vom „Freudenrausch“ nach dem Fall der Mauer.
Und das Buch enthält mit Sicherheit nicht DIE „wahre Geschichte der Treuhand“. Es bringt Tagebuchnotizen aus der Treuhand, vor allem von einzelnen Mitarbeitern. Es faßt zahlreiche Medienberichte über einzelne Vorfälle in einzelnen Abteilungen, an einzelnen Orten zusammen, aktualisiert Erinnerungen und verdichtet zu einem gewissen Gesamteindruck.
Deutlich abgehoben vom Titel schreibt D.L. höchst bemerkenswerte Schlußsätze: „Das Bundesfinanzministerium muß zulassen, daß ein neutrales Urteil über die Geschichte der Treuhand gesprochen wird. Die Akten müssen von Wissenschaftlern systematisch aufgearbeitet werden, eben weil das Thema so polarisiert. Das muß geschehen, solange die Zeitzeugen noch leben, sonst bleibt die Treuhand immer ein Mythos und eine schwelende Wunde, die das Klima in einem Land vergiftet, das eigentlich vereint sein sollte.“

Auch hier ließe sich noch mäkeln. Denn es geht nicht nur um die Geschichte der Treuhand. Da ist ein populäres Lehrbuch über die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik entstanden, über den Zustand ihrer Rechtsordnung nach rund 40 Jahren, ihr „allgemeines Klima“ – und zum eigenwilligen Patriotismus der  „Maßgebenden“  in der westdeutschen Elite. Da stapelt der Autor ein wenig tief.
Andererseits fallen einem sofort Ereignisse der letzten Jahre ein, die er gar nicht berührt, die einen Teil zwei seines Buches nahelegen, ja notwendig machen. Die Praktiken der Treuhand sind ja keineswegs beendet. Da wurden und werden mehr als 20 Jahre nach der staatlichen Zusammenführung die Seen ostdeutscher Gemeinden privatisiert und ihre Ufer für die Bürger zumindest teilweise unzugänglich. Da werden auslaufende Pachten für landwirtschaftlichen Boden, der vor und nach der „Vereinigung“ von ostdeutsche Landwirten bearbeitet wurde und wird, neu meistbietend ausgeschrieben – frei für den Zugriff der Agrar-, der Treibstoffindustrie u.a.m. Da fällt selbst dem (Vor-)Letzten ein, daß und wie die Privatisierungen der Treuhand das Signal gaben für die neoliberale Welle der Enteignung auch tradiert westdeutschen Staats- und Kommunaleigentums. Und für anderes wohl auch. Oder gab es entsprechende kriminelle Energie auch schon vorher, nur etwas verborgener?

Just gestern veröffentlichte „Die Zeit“ in ihrer Magazinbeilage einen ausführlichen Beitrag unter der Überschrift „Bernd Breuer gegen die BRD“. Es ist eine Treuhand-Nachfolgegeschichte. Hochrangige Juristen halten es für einen Skandal, wie ein westdeutscher Investor (möglicherweise) seinerzeit und bis heute von der Treuhand und „der BRD“ geprellt wurde. Es ist nicht sonderlich zu bedauern, wenn vermutete Zersetzungserscheinungen der BRD-Rechtsordnung in diesem Zusammenhang bemerkt und aufgegriffen werden. Vielleicht fallen dann noch einige weitere auf.  Bankspekulanten, Krisenauslöser und Libor-Fälscher haben nichts oder höchstens eine Geldbuße zu befürchten. Könnte das für Juristen nicht eigentlich aufregender sein?
Und bitte, wo waren die Rechtsspezialisten, als Staats- und Kommunaleigentum der DDR-Bürger enteignet wurde, als jenes „aus Ruinen“ geschaffene, nach Reparationsdemontagen bisweilen zweimal neu erarbeitet, gegen Embargopolitik zumindest in Teilen weltmarktfähige und in anderen Teilen modernisierbare Eigentum schlicht dem Staatseigentum der BRD einverleibt und dann in unnachahmlicher Weise verschleudert und vernichtet wurde? Wie viele ostdeutsche Gemeinden ihren Anteil am „Volkseigentum“ beantragten und abgeschmettert wurden (vgl. oben), wäre nicht z.B. auch das weiterführender Aufmerksamkeit wert?

Davon schreibt D.L. nichts. Aber was sollte da am Autor zu mäkeln sein? Wo hat schon einmal ein Journalist sich so offen zu seinen Grenzen bekannt, die Notwendigkeit nachfolgender wissenschaftlicher Tiefenarbeit hervorgehoben? Wenn es doch noch zum Ehrenkodex immerhin bestimmter Journalisten gehört, gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufzudecken und damit ihre weitergehende Aufklärung und möglicherweise  Bekämpfung anzuregen, dann verdient D.L. unter diesen zweifellos einen Ehrenplatz. Übrigens vertritt er offenbar einen andersartigen Patriotismus als so manche der im Buch vorgestellten „Investoren“. Mögen ihm andere nacheifern. Und mögen die Wissenschaftler durchaus verschiedener Disziplinen seinen Appell auch als an sich gerichtet verstehen.

(Entwurf vom 27.07.12 – W.W.)

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Weiteres zum Thema:

* Beutezug Ost – Die Treuhand und die Abwicklung der DDR

* Die Legende von der Pleite der DDR

* Ausverkauf: Deutschland hilft Griechenland beim privatisieren

* Privatisierung in Griechenland: Nach dem Modell der Treuhand

* Die Webseite zum Buch „Der deutsche Goldrausch – Die wahre Geschichte der Treuhand“

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Dirk Laabs - Der deutsche Goldrausch - Die wahre Geschichte der Treuhand

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2 Antworten

  1. Ich stimme Ihnen nicht in allen Aussagen zu.

    Mich würde zudem auch interessieren, welche Geschäfte vor der Treuhand liefen (u. a. wie SED-Bankier Edgar Most seine Staatsbank verkaufte, wie die SED-Seilschaften in der Treuhand gearbeitet haben, wieviel Firmensubstanz an MfS und SED-Kader ging, bevor die TReuhand eine ERöffnungsbilanz machen konnte, welche Folgen für das Überleben der DDR-Konzerne die Umbuchung der Staatsschulden auf die Firmenkonten hatte u. a.

    Warum kann ein BStU-Historiker davon reden, dass ehemalige MfS-Führungsoffizere mit ihren Unternehmen das Rückgrat der mittelständischen brandenburgischen Wirtschaft bilden? Wie kommt es, dass die ehemaligen LPG-Vorsitzenden von den brandenburgischen Landesregierungen gegenüber den seinerzeit enteigneten Bauern privilegiert wurden? (Vgl. Enquetekommission LT BRB)

    Schwarz-weiß-Malerei vom guten Ossi und bösem Wessi ist einfacher als unverkrampft genauer hinzuschauen.

    Meine Einschätzung des Buches: https://ddrwebquest.wordpress.com/2012/05/25/buhmann-treuhand/

  2. Die Geschichte ist nicht zu Ende und die neuen Machthaber des jetzigen Regimes werden sich nicht ewig halten können, daß ist absehbar. „Zwischen BRD und Polen, da wurde ein Land gestohlen …“ In diesem Sinne optimistische Grüße!

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