Griechenland aktuell: Schön-Rechnerei des IWF zu Lasten der Menschen Europas

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zwar Fehler im Umgang mit der Schuldenkrise in Griechenland eingeräumt – jedoch ist die „Schön-Rechnerei“ nicht am Ende. Am Mittwoch hat der IWF mitgeteilt, dass im Staatshaushalt Griechenlands ein neues Milliardenloch aufgetaucht sei. Für die Jahre 2015 und 2016 würden laut IWF insgesamt 10,9 Milliarden Euro fehlen – die er (der IWF) dadurch ausgleichen will, dass die Länder Europas einen Teil der griechischen Staatsschulden erlassen sollen. (Die Prognose des IWF hat weder Hand noch Fuß und basiert auf der Annahme, dass die griechische Wirtschaft im kommenden Jahr aus der jahrelangen Rezession wieder herauskommen und um 0,6 Prozent wachsen wird, nachdem für dieses Jahr noch ein Minus von 4,2 Prozent erwartet wird. Ganz interessante Grafiken dazu hier.) Kurz gesagt: Es geht darum, die öffentlichen Gläubiger zu belasten, zum Vorteil des IWF und privater Gläubiger. Genau so soll es weitergehen und von der Bundesregierung und auch von den meisten „Oppositionsparteien“ – insofern man SPD und Grüne überhaupt als solche bezeichnen möchte, ist nicht zu erwarten, dass sie diesem neoliberalem Kurs nicht folgen werden. Deshalb dürfte es nach der Bundestagswahl (es sei denn DIE LINKE erreicht etwas über 50 Prozent) – in dieser oder jener Form einen weiteren Schuldenschnitt geben – auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger Europas und zu Gunsten des IWF und privater Gläubiger.

* Auch eine aktuelle Recherche (siehe pdf,  hier auf Seite 25) von attac Österreich zum Einsatz der bisher gezahlten „Hilfsgelder“ zeigt: Mindestens 77 Prozent der Gelder lassen sich direkt oder indirekt dem Finanzsektor zuordnen.

* Unter anderem auch zum Thema: Griechenland-Deutschland: Wer schuldet wem? – Ein Beitrag von Eric Toussaint zum Londoner Schuldenabkommen von 1953.

* Zur Rolle der Schulden / Verschuldung als zentrales Instrument neoliberaler Politik – Bildungsbaustein Verschuldung (pdf)

* Ein etwas älterer, aber nach wie vor aktueller Beitrag zur Kreditvergabe von IWF und Weltbank um Einfluss auf Staaten nehmen zu können.

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Die Maus - Protest lebt von beteiligung

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