GlobaLE Filmfestival startet – vom 31.07. – 16.10.2014 globalisierungskritisches Kino in Leipzig

Vom 31.07. – 16.10.2014 findet wieder globalisierungskritisches Kino in Leipzig statt. Im Rahmen der globaLE zeigen wir an verschiedenen Orten jeweils Donnerstag Abend sowie in einigen Wochen auch an weiteren Abenden um 20 Uhr Filme mit anschließender Diskussion. Los geht’s diesen Donnerstag um 20 Uhr im Gemeinschaftsgarten Querbeet mit dem Film „Taste the waste“. Die Woche darauf sind wir dann im Clara-Zetkin-Park auf der Wiese zwischen Glashaus und Teich. Der Eintritt ist wie immer frei!

Hier das komplette Programm:

 

31.07.2014, 20 Uhr, globaLE:, „Taste the waste“, Regie: Valentin Thurn, BRD 2011, 88 min., Deutsch/OT m. Deutschem UT, Ort: Gemeinschaftsgarten Querbeet, Neustädter Straße 20 / Ludwigstraße 28, anschließend Diskussion mit Gästen.
50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen: Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das meiste davon endet im Müll, bevor es überhaupt die Verbraucher erreicht. Und fast niemand kennt das Ausmaß der Verschwendung. Wir alle, egal ob wir Fastfood essen, nur “Bio” kaufen oder uns rein vegan ernähren, machen mit beim großen Wegwerfen! Aber TASTE THE WASTE zeigt, dass ein weltweites Umdenken stattfindet und dass es Menschen gibt, die mit Ideenreichtum und Engagement diesem Irrsinn entgegen treten.

07. 08.2014, 20 Uhr, globaLE: “Rosia Montana – Dorf am Abgrund” (BRD 2012), Ort: Clara-Zetkin-Park, Wiese zwischen Glashaus und Teich.
Der Film porträtiert das historische Karpatendorf Rosia Montana. Unter den alten Häusern und Gärten lagern die größten Goldvorkommen Europas. Ein Bergbaukonzern mit starken ausländischen Investoren plant, große Teile des Ortes und der Umgebung dem Erboden gleichzumachen. Die Menschen sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Viele haben sich für die Umsiedlung in große Städte entschieden aber eine kleine Gruppe stemmt sich mit aller Kraft gegen die Zerstörung ihrer Häuser. Ein zäher Kampf in einem tief gespaltenen Dorf, in dem der Graben zwischen Pro und Contra oft quer durch die Familien verläuft.

11. 08.2014, 20 Uhr, globaLE-DEFA: “Berlin – Prenzlauer Berg – Begegnungen zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juli 1990” (DDR 1990), Ort: Richard-Wagner-Hain am Elsterflutbecken. Bilder aus dem Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg in der Wendezeit vor der Währungsunion. “We need revolution” singt “Herbst in Peking” aus dem Prenzlauer Berg in den Trümmern der Mauer am Rande ihres Stadtbezirks. Frieda und Gerda im “Hackepeter” sind erschüttert; denn gleich nach dem Fall der Mauer wurde im Tierpark ein Papagei gestohlen. Frau Ziervogel, Inhaberin von Berlins berühmtester Würstchenbude “Konnopke”, segnet das erste Westgeld. Der Tag der Währungsunion ist da. Filipp Moritz besetzt den Prenzlauer Berg. Der Staatsvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten und der Beginn der Währungsunion am 1.7.1990 durchzieht den Dokumentarfilm und zeigt die hohen Erwartungen daran, aber auch die befürchteten negativen Auswirkungen auf die Menschen und die Gesellschaft.
In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der DEFA-Stiftung.

12. 08.2014, 20 Uhr, globaLE-DEFA: “Kein Abschied – nur fort” (BRD 1991), Richard-Wagner-Hain am Elsterflutbecken.
Der Film entstand unter dem Eindruck der Massenabwanderung von DDR-Bürgern über Ungarn im Sommer 1989. Der Lebensweg von drei Familien, ihre Befindlichkeiten, die Gründe ihres Fortgehens aus der DDR, ihr Zurechtkommen mit der neuen Situationen, all dies wird dokumentiert. Die politischen Ereignisse trugen dazu bei, dass eine Familie wieder in ihren Heimatort zurückkehrte.
In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der DEFA-Stiftung.

13. 08.2014, 20 Uhr, globaLE-DEFA: “Letztes aus der DaDaeR” (DDR 1990), Richard-Wagner-Hain am Elsterflutbecken.
Die bitter-ironische Filmsatire zeigt zwei Clowns auf ihrer Odyssee durch die „DaDaeR“, einer Persiflage der DDR zur Wendezeit. Was dem Clown-Duo Mensching und Menzel alias „Meh“ und „Weh“ in dieser apokalyptischen Umgebung widerfährt, spiegelt die Erfahrungen  einer Gesellschaft zwischen Niedergang und Neuaanfang wieder und ist nicht nur als Zeitdokument sehenswert.
In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der DEFA-Stiftung.

15.08.2014, 20 Uhr, globaLE: “Fire in the blood” (Indien 2013), Ort: Clara-Zetkin-Park, Wiese zwischen Glashaus und Sachsenbrücke.
“Der einzige Grund, weshalb wir sterben, ist, dass wir arm sind.” Diese Worte eines AIDS-Aktivisten aus Südafrika bringen die Aussage des Films auf den Punkt: Pharmafirmen aus dem Westen unterdrücken mit juristischen Mitteln die Entwicklung und Verteilung preisgünstiger Generika, die eine Behandlung von HIV in den sogenannten “Entwicklungsländern” erschwinglich machen würden. „Fire in the blood“ zeigt die Hintergründe der Patentmonopole und den Kampf gegen diese skandalöse Wirklichkeit. 

21.08.2014, 20 Uhr, globaLE: “Roadmap to Apartheid” (USA 2012), Ort: Clara-Zetkin-Park, Wiese zwischen Glashaus und Sachsenbrücke.
Der Film „Roadmap to Apartheid“ zeigt Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen dem überwundenen Apartheid-System in Südafrika und der heutigen Situation der Palästinenser in Israel auf. Zeitzeugenberichte und Archivmaterial ergeben mit aktuellem Datenmaterial eine detaillierte Dokumentation politischer und gesellschaftlicher Praxis, in der erschütternde Parallelen nicht von der Hand zu weisen sind.

28.08.2014, 20 Uhr, globaLE: “Mietrebellen” (BRD 2014), Ort: Clara-Zetkin-Park, Wiese zwischen Glashaus und Sachsenbrücke.
In den letzten Jahren hat sich die Hauptstadt rasant verändert. Wohnungen, die lange als unattraktiv galten, werden von Anlegern als sichere Geldanlagen genutzt. Massenhafte Umwandlungen in Eigentumswohnungen und Mietsteigerungen in bisher unbekanntem Ausmaß werden alltäglich. Die sichtbaren Mieterproteste in der schillernden Metropole Berlin sind eine Reaktion auf die zunehmend mangelhafte Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum. Der Film ist ein Kaleidoskop der Mieterkämpfe in Berlin gegen die Verdrängung aus den nachbarschaftlichen Lebenszusammenhängen. Eine Besetzung des Berliner Rathauses, das Camp am Kottbusser Tor, der organisierte Widerstand gegen Zwangsräumungen und der Kampf von Rentnern um ihre altersgerechten Wohnungen und eine Freizeitstätte symbolisieren den neuen Aufbruch der urbanen Protestbewegung.

03.09.2014, 20 Uhr, globaLE: “Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben” (BRD 2013), Ort: Universität Leipzig, Augustusplatz, Hörsaal 3.
Kein Wohlstand ohne Wachstum. So lautet bisher das Credo von Wirtschaft und Politik, welches jedoch langsam durch Wirtschaftskrise undKlimawandel erschüttert wird. Die Filmemacherin Karin de Miguel Wessendorf besucht Menschen, Initiativen und Unternehmen, die in Theorie und Praxis am Aufbau einer “Postwachstumsgesellschaft” arbeiten.
In Kooperation mit der Degrowth Conference 2014 und der Vereinigung für ökologische Ökonomie.

04.09.2014, 20 Uhr, globaLE: “Lost Places: Geschichten hinter vergessenen Mauern – Abschied” (BRD 2014), im Anschluss Diskussion mit dem Filmemacher Enno Seifried, Ort: Clara-Zetkin-Park, Wiese zwischen Glashaus und Sachsenbrücke.
Ob zentrumsnah oder in den Randgebieten – in Leipzig kann man unzählige architektonisch beeindruckende Bauwerke bestaunen, die seit 20 Jahren und mehr leer stehen und auf Abriss oder Neunutzung warten. Auf der Suche nach einer Umgebung, die in keinem Reiseführer steht und dennoch mehr von der Vergangenheit einer Stadt erzählt als so manches Geschichtsbuch, begeben wir uns auch im dritten und letzten Film der Reihe auf die Spur von so genannten Lost Places in Leipzig.

05.09.2014, 20 Uhr, globaLE: “Blood in the mobile” (DÄN/BRD 2010), Ort: Universität Leipzig, Augustusplatz, Hörsaal 7.
Handys sind zu unserem Alltag geworden. Doch ein Großteil der Minerale, die für ihre Herstellung notwendig sind, kommen aus dem Osten Kongos, wo seit über 15 Jahren ein blutiger Bürgerkrieg andauert. Der Verkauf der Minerale aus illegalen Minen finanziert diesen Krieg. Die Dokumentation beschreibt unsere Verantwortung in einer globalisierten Welt. Diesen Filmabend veranstalten wir zusammen mit der “Degrowth Conference 2014″ und dem “Sukuma Award”. Vor dem Film wird der diesjährige Sukuma-Award zum Thema “faire Elektronik” verliehen und der Siegerspot erstmalig öffentlich gezeigt werden.

11.09.2014, 20 Uhr, globaLE: “Captaine Thomas Sankara” (SUI 2012), Ort: UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12a.
Burkina Faso belegt heute den fünft letzten Platz des Human Development Index, dabei versorgte das Land sich 1987 noch vollständig selbst mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs. Die Alphabetisierungsrate stieg stetig, Seuchen wurden mittels Volksimpfungen bekämpft und die Gleichberechtigung der Frau galt als grundlegende Bedingung für das Funktionieren der Gesellschaft. All diese Erfolge sind aufs Engste mit dem Namen Thomas Sankara verbunden, dem jungen Präsidenten, der nach der Revolution 1983 an die Macht kam. Auch wenn die rigorose Durchsetzung der Reformen kritisiert werden kann, sind seine Errungenschaften unbestreitbar. Sankaras gewaltsamer Tod hat sehr zu seinem Mythos beigetragen. Heute versinnbildlicht er die Hoffnung eines ganzen Kontinents und wird nicht umsonst “der Che Guevarra Schwarzafrikas” genannt. Der Film nimmt einen emotionalen und subjektiven Blickwinkel auf die Person Sankaras und die Ereignisse ein, und ist gerade deshalb höchst eindringlich und sehenswert.

18.09.2014, 20 Uhr, globaLE: “The Lab” (ISR, BE, FR 2013), im Anschluss Diskussion mit Shir Hever, Ort: Cinemathque in der naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46.
Seit 9/11 laufen die Geschäfte der israelischen Militärindustrie besser denn je: Große israelische Firmen entwickeln modernste Techniken der Kriegsführung, die von privaten Geschäftsleuten über ein Netzwerk aus Politik und Militär in der ganzen Welt vertrieben werden, während Theoretiker interessierte ausländische Regierungen in der Bekämpfung zivilen und paramilitärischen Widerstands schulen. Aus der einstigen Last der militärischen Besetzung des Gaza-Streifens und der West Bank hat sich ein hoch profitabler Stützpfeiler des israelischen Wohlstandes entwickelt. „Militärisch-industrieller Komplex“? –  The Lab zeigt in aller Klarheit, was dies in der Praxis bedeutet.

25.09.2014, 20 Uhr, globaLE: “Master of the Universe” (BRD 2013), im Anschluss Diskussion mit dem Filmemacher, Ort: UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12a.
Ein verlassenes Bankgebäude. Ein hochrangiger Investmentbanker. Ein beunruhigender Einblick in eine Parallelwelt. Zum ersten Mal packt ein echter Insider des internationalen Finanzgewerbes aus: Einer der ehemals führenden Investmentbanker Deutschlands, Rainer Voss, der in seiner aktiven Zeit locker mit Millionen hantierte, erzählt aus eigener Erfahrung, wie es in der glitzernden Finanzwelt wirklich zugeht, von all ihren Abgründen, Skrupellosigkeiten und quasi-religiösen Gesetzmäßigkeiten. Hat sich seit der globalen Finanzkrise etwas geändert? Voss’ Ausblick gibt Grund zur Beunruhigung…

02.10.2014, 20 Uhr, globaLE: “Population Boom!” (Ö 2013), im Anschluss Diskussion mit dem Filmemacher, Ort: Halle D im WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V., Kochstr. 132.
Ein bekanntes Horrorszenario: 7 Milliarden Menschen auf der Erde. Schwindende Ressourcen, giftige Müllberge, Hunger und Klimawandel – eine Folge der Überbevölkerung? Wer behauptet eigentlich, dass die Welt übervölkert ist? Und wer von uns ist zuviel? Nach dem großen Kinoerfolg von „Plastic Planet” bereist der neugierige Dokumentarist Werner Boote unseren Planeten und untersucht für Population Boom ein jahrzehntelang festgefahrenes Weltbild. Für ihn stellt sich eine völlig andere Frage: Wer oder was treibt dieses Katastrophenszenario an?

09.10.2014, 20 Uhr, globaLE: “Süßes Gift – Hilfe als Geschäft” (BRD 2012), Ort: UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12a
Hilft Entwicklungshilfe der Entwicklung? Die EU rühmt sich der größte Geber der Welt von Entwicklungshilfe zu sein, während ihre Mitgliedsstaaten ebenso wie nichtstaatliche Hilfsorganisationen in afrikanischen Staaten um die ansehnlichsten Projekte wetteifern. Nur ist das Ergebnis bedrückend: der Anteil des subsaharischen Afrikas am Welthandel – von den Ölexporten abgesehen – ist gesunken, die Staatsschulden und die Armut sind gewachsen. Und dennoch sehen viele in den reichen Ländern noch immer in mehr Entwicklungshilfe ihr Rezept zur Abhilfe von Afrikas Misere. Eine kleine aber wachsende Zahl unabhängiger Afrikaner plädiert für eine radikale Abkehr und die Einstellung solcher “Hilfe”. Solange die inneren Strukturen der Empfängerländer nicht reformiert sind, ergibt auch eine andere, bessere Entwicklungshilfe, wie sie von nationalen Gebern und internationalen Finanzorganisationen in schöner Regelmäßigkeit angeboten wird, wenig Sinn. Deswegen wettern sie gegen die westliche “Hilfsindustrie”, die kein Interesse daran hat, wirkliche Lösungen zu fördern, da sie von den afrikanischen Problemen lebe.

16.10.2014, 20 Uhr, globaLE: “FREIgestellt (Die Zukunft der Arbeit in Zeiten des Überflusses)”, (BRD 2012), im Anschluss Diskussion mit Werner Rätz (AG Genug für Alle, Attac), Ort: UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12a.
Seit der Vertreibung aus dem Paradies arbeitet die Menschheit daran, den paradiesischen Urzustand eines Überflusses ohne Arbeit zu erreichen. Heute, zu Beginn der postindustriellen Ära, droht diese Vision zunehmend Wirklichkeit zu werden. Eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit auszugehen droht treibt seltsame Blüten. Während sich die Einen auf den Ruinen vergangener Industrialisierung Kletterkurse gönnen, müssen Andere in strafvollzugsähnlichen Maßnahmen das Arbeiten ohne Arbeit trainieren. Der Film begibt sich auf die Reise in eine Zukunft, die schon längst begonnen hat: das Ende der Arbeitsgesellschaft. Doch jedes Ende ist auch Ausgangspunkt für Ideen, Visionen und reale Modellversuche.

 

Weitere Infos, Trailer usw. finden sich auch hier auf der Seite der globaLE  sowie auf FB.

 

sehrklein-globaLE-Leipzig-Plakat-2014

2013-08-22-globaLE Leipzig - Wir koennten auch anders (5)

globaLE 2013 am Elsterflubecken

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