Flucht, Vertreibung und Ursachen – Veranstaltungshinweise

Auch wenn unsere globaLE-Reihe erst wieder im Sommer regelmäßig wöchentlich stattfindet, zeigen wir auch dieses Jahr zwischendurch hin und wieder aktuelle Filme. Am vergangenen Sonntag lief der Film „Io sto con la sposa“ (An der Seite der Braut) im vollen Saal des Neuen Schauspiel, dazu hatten wir einen der Filmemacher zur Diskussion eingeladen. Der Film erzählt die wahre Geschichte von fünf geflüchteten Menschen, wie sie die Geschichte vieler an den europäischen Außengrenzen ist – bis diese nach Mailand kommen…. Eine 3.000 km lange Reise von Mailand nach Stockholm beginnt. 5 syrische Flüchtlinge, die mit einer inszenierten Hochzeit 5 europäische Grenzen „illegal“ überschreiten. Der Film ist eine Geschichte über die Flucht erzählt durch die Geflüchteten. Für alle die, die den Film nicht sehen konnten: Wir zeigen den Film in den nächsten Monaten noch einmal in Leipzig in einem größeren Rahmen. Der Termin dafür wird dann auf der globaLE Seite bekannt gegeben sobald er feststeht.

Am Mittwoch, 28.01. wird es wie jeden letzten Mittwoch im Monat wieder eine unserer thematischen Vorträge in der Schaubühne Lindenfels um 18 Uhr geben. Thema: „Gestern wir – Heute sie – morgen wer?“ – Solidarisch mit allen Geflüchteten: Zur Situation in Leipzig und Umland, Vortrag und Diskussion, Referent_innen: Bon Courage e.V. in Kooperation mit Asylsuchenden aus dem Landkreis Leipzig.

Im Rahmen der globaLE gibt es im Februar eine weitere Premiere: Wenige Tage nach den Wahlen in Griechenland, in der ein Wahlsieg von Syriza aussichtsreich ist, Schulden auf den Prüfstand kommen und damit auch ein Politikwechsels in Europa beginnen könnte, zeigen wir am Mittwoch, 11.02.2015 den Film „Wer rettet Wen?“ um 20 Uhr im UT Connewitz in der Wolfgang-Heinze-Straße 12a. Der Film wird an diesem Tag in mindestens 150 europäischen Städten seine Premiere feiern. Der Film zeigt die Krise als Geschäftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit: Seit Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Es wird gerettet, nur keine Rettung ist in Sicht. Der Film zeigt, wer dabei wirklich gerettet wird: Nie ging es um die Rettung der Griechen, nie um die der Spanier oder Portugiesen. Stets geht es nur um das Wohl der Hauptverdiener an diesen Krisen: den dort mit hochriskanten Spekulationen engagierten Banken. Steuerzahlern und sozial Benachteiligten hingegen werden bis heute alle milliardenschweren Risiken zugemutet. Für große Banken ist die Finanzkrise dagegen vor allem ein Geschäftsmodell.

Ansonsten nur mal so noch zu den aktuellen …gida-dingsda und no..gida-dingsda Protesten und deren Instrumentalisierung bzw. Vereinnahmung durch die etablierte Politik. Reflexartige Sprüche wie „Nazis raus“ bringen hier natürlich nicht viel weiter. Wichtig wäre es den Demonstrationen mehr Inhalt zu geben, indem bspw. die Ursachen für Flucht und Vertreibung klar benannt werden und auch die Verursacher dieser Zustände. Eine Vereinnahmung der Proteste durch CDU, SPD, Grüne und all den anderen die hier eine „Einheitsfront der Zivilisierten“ konstruieren, die durch ihre jahrzehntelange Politik der Ausgrenzung, der Fortsetzung neokolonialer Politik, der Abschottung Europas, des Exports von Waffen, durch die Beteiligung an völkerrechtswidrigen Kriegen usw. aber erst den Weg dafür geebnet haben, darf man so nicht akzeptieren. Warum nicht also diese Ursachen, die zwangsweise Teil des Kapitalismus sind, in den Mittelpunkt der Proteste stellen? Warum nicht auch thematisieren, dass die Bundeswehr derzeit in beträchtlicher Stärke in Polen steht um nach der Sicherheitskonferenz im Februar im Rahmen des geplanten NATO Einsatzes in der Ostukraine als „Speerspitze“ zu fungieren?

Die Menschen waren in der Politik stets die einfältigen Opfer von Betrug und Selbstbetrug, und sie werden es immer sein, solange sie nicht lernen, hinter allen möglichen moralischen, religiösen, politischen und sozialen Phrasen, Erklärungen und Versprechungen die Interessen dieser oder jener Klassen zu suchen. (W.I.Lenin)

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2015-01-28 MA Asyl Bon Courage

Am 28.01.2015 in der Schaubühne Lindenfels: Vortrag und Diskussion. Eintritt wie immer frei.

2015-01-18 An der Seite der Braut globaLE Leipzig

Gut gefülltes Neues Schauspiel am vergangenen Sonntag zum Film „An der Seite der Braut“ mit anschließender Diskussion.

Fluchtursachen

Die Ursache heißt Kapitalismus.

2015-01-21 Fluchtursachen bekaempfen Leipzig

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