Ostermärsche für Frieden und gegen einen neuen Kalten Krieg! In Leipzig am 4.4. um 10 Uhr auf dem Nikolaikirchhof

Erst vor wenigen Tagen wurden NATO-Panzer und -Haubitzen durch Halle/Leipzig Richtung Osten transportiert, der Flughafen Leipzig/Halle gilt nach wie vor als ein Hauptdrehkreuz für die weltweiten Kriege des Militärbündnisses – direkt vor unserer Haustür. Das im sächsischen Marienberg stationierte Panzergrenadierbataillon 371 wird derzeit mit modernsten Waffensystemen ausgerüstet, da es  den Kern der „Very High Readiness Joint Task Force“ (VJTF) bzw. NATO-„Speerspitze“ bilden soll (vgl. Kriegsführung im 21.Jahrhundert I).

Auch in diesem Jahr wird es in diesen Tagen in über 100 Städten Ostermärsche und Friedenskundgebungen geben. In Leipzig rufen verschiedene Initiativen gemeinsam zur Kundgebung am Sonnabend, 4.4. um 10 Uhr auf den Nikolaikirchhof (FB Veranstaltung).

55 Jahre nach dem ersten Ostermarsch, in dem es um die atomare Bewaffnung der Bundeswehr ging, sind die Atomwaffen immer noch ein wichtiges Thema für die Friedensbewegung. Dies zeigt sich u.a. an den andauernden Aktionen von Friedensinitiativen und -aktivisten am Atomwaffenstandort Büchel. Dort lagern etwa 20 US-amerikanische Atomwaffen, die derzeit sogar modernisiert werden.

Allerdings hat sich die Agenda der Friedensbewegung seither stark verändert. Insbesondere der Anschluss der Gebiete der ehemaligen DDR an die BRD vor 25 Jahren und die Auflösung des Warschauer Vertragssystems, der die NATO nicht folgte, haben die Koordinaten der europäischen und weltweiten Sicherheitspolitik entscheidend verändert. Seither haben Kriege weltweit zugenommen, haben Gewaltstrukturen und Waffen in den internationalen Beziehungen eine neue Bedeutung erhalten.

Unter dem Slogan „Für eine Welt ohne Krieg, des Friedens und der Völkerverständigung“ wird bereits am kommenden Samstag (28. März) die Postdamer Friedenskoordination demonstrieren. Die traditionellen Ostermärsche folgen dann ein paar Tage später – beginnend mit Gründonnerstag (z.B. Erfurt) – und finden schwerpunktmäßig zwischen Ostersamstag und Ostermontag statt. Hier der Text aus dem letzten Leipziger Friedensrundbrief:

 

Ostermarsch 2015 in Leipzig- Aufruf zur Teilnahme an Gruppen, Vereine und Parteien

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens, der Leipziger Ostermarsch findet in diesem Jahr am Sonnabend, den 04.04., statt. Von 10 bis 12 Uhr auf dem Nikolaikirchhof neben dem traditionellen Schmieden („Schwerter zu Sicheln“) des nunmehr 8. Leipziger Friedenspreises, Redebeiträge, Texte und Musik zum Thema und die Möglichkeit der Präsentation der Vereine, Gruppen oder Personen, die sich im weiteren Sinne für ein friedlicheres Miteinander in dieser Stadt, auf diesem Kontinent oder dieser Welt einsetzen.

Themen gibt es (leider zu) viele: Ukraine, Naher Osten, Atomwaffen, Krieg als Fluchtursache, Festung Europa, Aufrüstung und Auslandseinsätze der Bundeswehr; Bundeswehr an Schulen, Universitäten und Arbeitsämtern, in Kirchen und auf Stadtfesten; NATO und EU als kriegstreibende militärische Bündnisse, Rüstungsproduktion und -export, Antonows auf Leipzigs Flughafen, 100 Jahre 1. Weltkrieg, 70. Jahrestag des Kriegsendes im 2. Weltkrieg … .

Da wir das alles nicht allein abdecken können und auch gar nicht wollen, brauchen wir eure Hilfe, Mitarbeit und Unterstützung sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Umsetzung der vielen Ideen. Egal ob Infostand, Redebeitrag oder Teilnahme, gerade in Zeiten sich zuspitzender Auseinandersetzungen und einer Vereinnahmung der Friedenssehnsucht der Menschen durch rechte Trittbrettfahrer muss ein deutliches Zeichen gesetzt werden. (Die Diskussion um die „neue Friedensbewegung“ beeinflusst in diesem Jahr auch die Ostermärsche. Hier der Verweis auf eine lesenswerte Situationsanalyse dazu.)

Ab 12 Uhr wollen wir mit einem Stadtrundgang frei nach Brecht (Anachronistischer Zug 2015) Vorbereiter, Schönredner und Profiteure des Krieges sowie unzeitgemäße Entwicklungen in der Gesellschaft dar- und bloßstellen. Auch hier ist eure Kreativität gefragt. Falls ihr – was auch immer – beitragen könnt und wollt, meldet euch einfach. Denn: „Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg.“ Leipzig gegen Krieg www.leipzig-gegen-krieg.de

2015-Ostermarsch Leipzig-12015-01-21 Fluchtursachen bekaempfen Leipzig2013-03-30 Ostermarsch Leipzig (17) Karl Kraus

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Eine Antwort

  1. Was die Ukraine betrifft, so wird es da wohl weiter Krieg geben. Die gegenwärtige Regierung der Ukraine kann den Krieg nicht anhalten und sie will es nicht. Warum? Weil sie schon tausende Menschen getötet haben. Wenn sie heute mit den Führern von Donbas sprechen und einen Vertrag schließen, dann gibt es in Kiew einen neunen Umsturz. Dann kommen die Leute aus dem Osten mit der Frage zurück: Und wofür haben wir gekämpft?

    Die Jarosch-Leute, die Asow-Miliz und all die anderen…

    I: …aber siegen können sie auch nicht. Das heißt – sie werden kämpfen. Aber lange können sie auch nicht kämpfen. Kiew hat ja jetzt schon eine volle Mobilisierung ausgerufen. Menschen dürfen schon ihre Städte nicht mehr verlassen. Alle Männer bis 60 Jahre hinauf, dürfen die Stadt ohne Erlaubnis der Militärbehörden nicht verlassen. Alle unterliegen der Mobilisierung. Die Menschen fliehen. Ich habe mit einem Freund aus der Dnjester-Republik gesprochen; das ist ja gleich nebenan. Er erzählt, dass dort viele Männer ankommen, die aus der Ukraine dorthin fliehen, um nicht eingezogen zu werden. In Moldawien ebenso. Wer es schafft, flieht auch nach Russland. Viele sind schon nach Russland geflüchtet. Wenn das so weitergeht, wird die Ukraine bald ganz ohne eigene Armee sein. Und das Land ohne ihre Bewohner. Man vernichtet physisch die eigene Bevölkerung. Putin hat gerade erklärt, dass das Gesetz, das den Aufenthalt von Ukrainern in unserem Land auf drei Monate begrenzt, ab sofort aufgehoben ist. Sie mögen kommen und sich hier aufhalten, sagte Putin. Weil sie nur als Kanonenfutter eingezogen werden. Besser sie leben bei uns.

    Bei uns heißt es, Putin heize die Unruhen im Osten an, um die Ukraine unter Druck zu halten und auf dem Weg das russische Imperium zu restaurieren.

    Wofür? Für Putin war vorher alles gut. Die Fabriken, die Anlagen arbeiteten. Man arbeitete zusammen. Nichts anderes brauchten unsere Industriebetriebe. Sie sprachen mit allen Präsidenten, sogar mit Juschtschenko. Die Fabriken arbeiteten für beide Seiten, mehr wollte niemand, und dass die Arbeitsverträge, die Verabredungen eingehalten würden. Alles andere hat Russland nicht interessiert. Man hätte sich vielleicht sogar mehr kümmern müssen, denke ich. Aber jetzt ist es zu spät. Jetzt ist der Osten, die ganze Ukraine für Russland nur noch eine Belastung. Russland braucht Ruhe für seine Entwicklung . Ganz anders die Amerikaner: Es ist ja für niemanden ein Geheimnis, dass im Generalstab der ukrainischen Armee heute die Amerikaner das Kommando haben. Sie laufen offen herum, sie kommandieren ganz offen. Das Kiewer TV zeigte Aufnahmen, ich betone: das Kiewer TV!, wie ein amerikanischer General ins Hospital geht, dort die Verwundeten besucht, ihnen dort irgendwelche Orden verleiht, ihnen versichert, wir werden noch siegen. So etwas zeigen sie bei sich im TV. Es gibt auch schon Ukrainische Gefangene, die nur English sprechen können.

    Man könnte denken, dass dies alles auch für die USA keinen Sinn macht – ein zerrütteter Staat, ein verwüstetes Land, vertriebene Menschen…

    Das macht schon Sinn! Sie wollen das Ukrainische Fracking. Dafür braucht man nicht viele Menschen. Wenn ein paar Ukrainer übrigbleiben, reicht das, die können in den Gruben arbeiten. Das ist das Eine. Das zweite, das globale Ziel ist natürlich die Schwächung Russlands. Russland soll sich nicht entwickeln dürfen. Auch für die, die mit Russland kooperiert haben, gehen die Verluste schon in die Milliarden.

    Quelle:
    russland.ru/ukraine-nationalismus-russischer-maidan-alternativen/
    (Kai Ehlers spricht mit dem russischen Dichter-Schriftsteller Jefim Berschin )

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