Ausstellung und Diskussionen: Solidarity beyond borders

Vom 25.-30.04. organisiert der SDS Leipzig in Kooperation mit attac eine Fotoausstellung mit einem Rahmenprogramm aus Vorträgen, Gesprächen und Podiumsdiskussionen über Flucht, Fluchtwege und Ursachen von Flucht. Die Ausstellung unter dem Titel „Solidarity beyond borders“ wird im Pöge-Haus in der Hedwigstraße 20 zu sehen sein und ist täglich ab 14 Uhr geöffnet. Aus dem Flyertext:

 

Weltweit befinden sich sechzig Millionen Menschen auf der Flucht, vor allem vor Krieg und Armut. Die europäischen Länder exportieren weiter Waffen, führen Kriege und erzielen Profite in kolonialer Manier. Der Slogan der Refugee-Bewegung »Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört« bringt die Verantwortung der Staaten des globalen Nordens auf den Punkt. Überall in Europa setzen sich ehrenamtliche Unterstützer*innen für geflüchtete Menschen ein. Gleichzeitig gibt es einen enormen Anstieg rechter Gewalt, rassistischer Mobilmachung und einen massiven Stimmenzuwachs rechter Parteien. Die europäischen Regierungen spielen ihnen in die Hände, indem sie Obergrenzen festlegen, das Asylrecht verschärfen und Europa nach außen abschotten.
Vor diesem Hintergrund wollen wir als sozialistischer Studierendenverband zusammen mit einzelnen Personen und Initiativen mit einer Fotoausstellung in den politischen Diskurs eingreifen. Eine Woche lang stellen wir Bilder des Berliner Fotografen Max Bondy aus, der mehrfach entlang der sogenannten „Balkanroute“ unterwegs war. Wir wollen darüber hinaus eine Plattform schaffen, in der Geflüchtete aus der zugewiesenen Objektrolle heraustreten und an der Debatte teilnehmen können.
Über die gesamte Woche wollen wir zentrale Fragen der Flüchtlingspolitik diskutieren. Dafür setzen wir uns u.a. mit der Entstehung rechter Bewegungen, dem Missbrauch feministischer Positionen für rassistische Hetze und der Perspektive von internationalistischer Aktivität auseinander.

Die Ausstellung ist Mo. – Fr. ab 14 Uhr und Sa. ab 11 Uhr geöffnet und findet in Kooperation mit Attac Leipzig statt.

Wir werden versuchen zu allen Veranstaltungen eine Übersetzung in Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi anzubieten.

Programmablauf:
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// MONTAG 25.04.16

18:00 Uhr | Eröffnung der Ausstellung
Die Fotoausstellung ist der Rahmen für die Veranstaltungswoche zu Flucht, Migration und die politische Auseinandersetzung rund herum. Ausgestellt sind Bilder des Fotografen Max Bondy, und Fotos die Geflüchtete auf ihren Reisen nach Europa aufgenommen haben. Wir wollen zur Ausstellungseröffnung in das Thema Flucht und Migration einführen und euch die Geschichten hinter den Bildern erzählen.

Im Anschluss | Rundgang mit Fotograf Max Bondy
Als immer mehr Geflüchtete nach Europa kamen, entschloss Max Bondy Unterstützung zu leisten. In Serbien, Ungarn und auf Lesbos machte er neben seiner praktischen Arbeit eindrucksvolle Bilder. Sie dokumentieren Situationen vor Ort und geben dabei der „Masse” ein Gesicht. Bei seinem Rundgang lässt er uns an seinen Erlebnissen teilhaben.
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// DIENSTAG 26.04.16

18:00 Uhr | Abduls Reise – Mit dem Smartphone auf der Flucht
Die nd-Journalistlnnen Elsa Köster und Jan Brock begleiteten Abdul per Smartphone auf seiner Flucht von Izmir nach Malmö. Uns erwartet ein eindrücklicher Bericht von fernen Hoffnungen, Schwimmwesten, bewaffneten Schleppern, und einem Staatsbesuch.

19:30 Uhr | „Human rights don’t apply here“ – Ein Bericht aus Idomeni
Ein Erfahrungsbericht über die momentane Situation von Flüchtenden in Griechenland mit speziellem Fokus auf Idomeni. Welche Strukturen bestehen vor Ort? Und welche Möglichkeiten und Hoffnungen bestehen für ein Weiterkommen? Ein Bericht über unmenschliche Abkommen, Skype Calls und Alltag im Schlamm.

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// MITTWOCH 27.04.16

18:00 Uhr | IN OUR OWN WORDS – Lesung der Geschichten und Erfahrungen von geflüchteten Frauen in Deutschland
Die Aktivistinnen vom International Women Space (IWS) haben in ihrem Buch die Lebensgeschichten von geflüchteten Frauen in Deutschland dokumentiert unter Verwendung der lateinamerikanischen Tradition der Testimonial-Literatur

19:00 Uhr | Hoch die internationale Solidarität?!
Mit Nadija Samour, Raul Zelik und Hassan Zeinel Abidine
Ausbeutung, Krieg, Flucht, Abschottung. Die Probleme sind groß; die Auseinandersetzungen darum scheinen zu verschieden und zu weit voneinander entfernt, um Synergien zu finden. Wie können Linke wieder gemeinsame Standpunkte finden? Wo sollte politisch angesetzt werden?

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// DONNERSTAG 28.04.16

17:00 Uhr | Aufstieg des Femonationalismus
Ein Vortrag über anti-rassistischen und speziell muslimischen Feminismus – jenem, der die liberale sexuelle Aufklärung vor islamischem Hintergrund zu bekräftigen versucht. Dabei wird Büşra Delikaya (Bloggerin, Journalistin, Aktivistin) die meist sehr eurozentrisch angelegte Sicht auf Liberalität des Frau-seins, dessen normativ gestrickten Maßstäbe und Feminismus islamisch gerichteter Frauen mit in Bezug nehmen.

19:00 Uhr | „l can’t imagine a feminism that is not anti-racist” Women in Exile ist eine Initiative von geflüchteten Frauen, die sich 2002 in Brandenburg zusammengefunden haben, um für ihre Rechte zu kämpfen. In ihrem Vortrag werden sie auf das Zusammenwirken von Rassismus und Sexismus und die doppelte Diskriminierung als Asylbewerberinnen* und als Frauen* eingehen.

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// FREITAG 29.04.16

15:00 Uhr I My Makhzen and Me – Filmvorführung und Gespräch
Ein Kurzfilm über die Bewegung des 20. Februar 2011 in Marokko. Im Anschluss an die Vorführung wird einer der Produzenten und Beteiligten der „Bewegung 20. Februar“ zu den politischen Umwälzungen und Transformationen im Kontext des „arabischen Frühlings” sprechen.

17:00 Uhr | Migration, Neoliberalismus und der rechte Aufstieg – Zusammenhänge und linke Antworten
Die AfD konnte reale Abstiegsängste in der Bevölkerung in rassistische Ressentiments ummünzen und zog in Sachsen-Anhalt mit einem Viertel aller Stimmen in den Landtag ein. „Das Boot ist voII”‚ „Wir können nicht alle aufnehmen“ — so werden geflüchtete Menschen für die soziale Misere in Deutschland verantwortlich gemacht. Wie geflüchtete und nicht-geflüchtete Menschen in neoliberaler Politik gegeneinander ausgespielt und den Rechten in die Hände gespielt wird, diskutieren auf dem Podium Herbert Schui, Carolin Hasenpusch und Sebastian Friedrich.

22:00 Uhr | Soliparty: Leipzig nimmt Platz
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// SAMSTAG 30.04.16

14:00 Uhr | Flüchtlinge in den Augen der Medien
Der Vortrag handelt von dem Einfluss der arabischen Medien über die Situation der Flüchtlinge in Europa. Fouad Moujahid wird die Positionen und Interessen der einzelnen Medien und ihren Einfluss auf die Flüchtenden aufzeigen. lm Anschluss wird über die Darstellung von Flüchtlingen in deutschen Medien diskutiert.

16:00 Uhr | Imperialismus und Flucht
Aimen Elamir, der vor einige Monaten selbst von Libyen nach Deutschland floh, referiert über Beweggründe und Ursachen von Flucht innerhalb Afrikas und von Nordafrika nach Europa. Die Auswirkungen von Flucht sowohl auf die Herkunfts- als auch auf die Zielländer werden thematisiert. Sein inhaltlicher Fokus liegt dabei auf den Zusammenhängen von Imperialismus und Flucht.

18:00 Uhr | Zur aktuellen Lage in der Türkei
Seit mehreren Monaten werden wieder kurdische Städte von türkischen Streitkräften angegriffen. Es ist die nächste Eskalation in einer langen Geschichte von Kriegen und Unterdrückung. Gleichzeitig schließt jetzt die EU einen Deal zur Rückführung von syrischen Geflüchteten in die Türkei. In welch prekären Lage diese Menschen dort sind, bleibt unerwähnt. Über diese Themen referieren Mohamad AI Hussein und Philipp Bernert.

 

 

 

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