Atomwaffen abschaffen weltweit – Gedenken und Mahnung an Hiroshima und Nagasaki

Vor 71 Jahren, am 6. August 1945 wurde über Hiroshima die erste Atombombe abgeworfen. Der Jahrestag des Bombenabwurfs sollte ein Tag ernsten Nachdenkens sein, nicht nur über die schrecklichen Ereignisse vor 71 Jahren, sondern auch was sie uns enthüllten: dass Menschen in ihrem besessenen Streben nach Erweiterung ihrer Kapazitäten zu Zerstörungen schließlich einen Weg gefunden hatten, sich der ultimativen Grenze zu nähern.

Die Bombe aus hoch angereichertem Uran, hatte die Sprengkraft von 15.000 Tonnen TNT. Circa 70 Prozent aller Häuser wurden verbrannt und dem Erdboden gleichgemacht. Die Toten und die Langzeitfolgen des Atombombeneinsatzes in Hiroshima mahnen bis heute. In einer Schilderung des Atombombenabwurfs heißt es: „Um 08:16 Uhr und zwei Sekunden explodierte die Atombombe in 600 Metern Höhe über der Innenstadt. Dort befand sich ein Krankenhaus, die Shima-Klinik. Eigentliches Ziel war die etwa 250 Meter entfernte T-förmige Aioi-Brücke gewesen. 43 Sekunden später hatte die Druckwelle 80 Prozent der Innenstadt dem Erdboden gleichgemacht. Es entstand ein Feuerball mit einer Innentemperatur von über einer Million Grad Celsius. Die Hitzewirkung von mindestens 6000 Grad Celsius ließ noch in über zehn Kilometern Entfernung Bäume in Flammen aufgehen. Von den 76.000 Häusern der Großstadt wurden 70.000 zerstört oder beschädigt. Von den 350.000 Bewohnern der japanischen Stadt starben damals auf einen Schlag schätzungsweise mehr als 70.000 Menschen. Bis Ende Dezember 1945 erhöhte sich die Zahl der Toten auf 140.000.“ Unter den Überlebenden häuften sich Krebserkrankungen und andere chronische Krankheiten. Eine etwas größere Plutoniumbombe explodierte drei Tage später über Nagasaki. Sie machte 6,7 Quadratkilometer der Stadt dem Erdboden gleich und tötete bis zum Ende des Jahres 1945 weitere 74.000 Menschen. Die Temperatur der Erdoberfläche erreichte 7000 Grad Celsius und schwarzer, radioaktiver Regen fiel.

In Hiroshima waren 42 von 45 Krankenhäusern nach dem Bombenabwurf funktionsunfähig und 70 Prozent der Opfer hatten mehrfache Verletzungen, in den meisten Fällen eingeschlossen schwere Verbrennungen. In Hiroshima und Nagasaki starben die meisten Opfer ohne jegliche Hilfe, die ihr Leiden hätte mildern können. Einige der Menschen, die nach den Bombenabwürfen in die Städte kamen, um zu helfen, starben ebenfalls an durch die Radioaktivität verursachten Krankheiten.

In den folgenden Jahren führten diese schrecklichen Ereignisse zu einer weltweiten Bewegung zur Ächtung von Atomwaffen.

Dass die NATO heute noch immer den Einsatz von Atomwaffen als eine reale Option ansieht ist politischer Wahnsinn. 71 Jahre nach den verheerenden Atomangriffen auf Hiroshima und Nagasaki sind in der Bundesrepublik noch immer Atomwaffen der US-Armee stationiert. Im rheinland-pfälzischen Büchel laufen gegenwärtig Vorbereitungen, diese Atomwaffen gegen ‚modernere‘, zielgenauere Atomwaffen des Typs B61–12 auszutauschen. Im Rahmen der so genannten ‚Nuklearen Teilhabe‚ der NATO sind Bundeswehr-Tornados die Trägersysteme dieser Atomwaffen, im Kriegsfall sollen sie mit diesen Atomwaffen fliegen. Der Bundeswehrstandort Büchel wird im Kontext der so genannten ‚Modernisierung‘ der Atomwaffen ausgebaut. Im Übrigen haben die USA neben Büchel und Aviano in Italien ausgerechnet in Incirlik in der Türkei weitere Atomwaffen stationiert.

Die Neustationierung von Atomwaffen in der Bundesrepublik wird ein erneutes Wettrüsten mit Russland – auch im atomaren Bereich – auslösen. Anstelle einer ‚Modernisierung‘, d.h. Neustationierung von Atomwaffen in Büchel muss es stattdessen um deren sofortigen und endgültigen Abzug und Vernichtung gehen und eine Beendigung der so genannten ‚Nuklearen Teilhabe‘. Der Einsatz der Atomwaffen in Hiroshima und Nagasaki und die ganzen Atomtests haben gezeigt, welches ungeheure Zerstörungspotential Atomwaffen haben. Deshalb ist Abrüstung das Gebot der Stunde.

 

 

 

Kaschnitz Hiroshima

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