Bundeswehr-Auslandseinsätze verlängert

Das Kabinett der Bundesregierung hat am gestrigen Mittwoch die Fortsetzung von sieben Auslandseinsätzen der Bundeswehr beschlossen. Verlängert wurden die Einsätze in Darfur, im Südsudan, im Mittelmeer, in Afghanistan, in Syrien, im Nordirak und in Mali jeweils um eine Frist von 3 Monaten. Danach soll die dann voraussichtlich neu gebildete Bundesregierung entscheiden. Die SPD hat bereits signalisiert, dass sie auch in der Opposition weiterhin die Kriegseinsätze der Bundeswehr mitzutragen gedenke. Der Plan der scheidenden Bundesregierung den Militärhaushalt bis 2024 in etwa zu verdoppeln wird sicherlich auch von der neuen Bundesregierung weiter verfolgt werden. Außerdem läuft die Werbung für neue Rekruten für die Armee auf Hochtouren.

Seit Anfang dieser Woche läuft die Bundeswehrserie ›Bundeswehr exclusive‹ mit welcher junge Menschen für den Dienst an der Waffe begeistert werden sollen. In der Bundeswehr-PR, in der es u.a. um den Bundeswehreinsatz in Mali geht, wird der Eindruck vermittelt, alles sei ein großes Abenteuer. Über die tatsächlichen Hintergründe des Krieges in Mali und darüber weshalb die ehemaligen Kolonialmächte ihre Militärpräsenz in dem Land ausweiten erfährt man wenig. Krieg ist aber kein Spiel und die Bundeswehr hat im Ausland nichts verloren.

Hinweis: Heute Abend, Donnerstag, 19.10. um 20 Uhr zeigen wir im Rahmen des globalisierungskritischen Filmfestivals den Film „Schattenkrieg in der Sahara“ (Frankreich 2015) im UT Connewitz (Wolfgang-Heinze-Straße 12a) und haben im Anschluss Christoph Marischka von der „Informationsstelle Militarisierung“ nach Leipzig eingeladen. Der Eintritt ist wie immer bei der globaLE frei.

Der Dokumentarfilm erforscht die wahren Hintergründe des Mali-Konflikts und legt dar, welche Interessen sich hinter der Militarisierung und Destabilisierung einer ganzen Region verbergen. Er analysiert die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Parteien in diesem Konflikt um Erdöl, Erdgas, Uran, seltene Erden und unter dem Wüstensand verborgene Wasserreservoirs. Die Spurensuche führt vom Einsatzgebiet der französischen Armee in die Salons der Londoner Bankiers, von den Flüchtlingslagern in Burkina Faso bis ins Pentagon.

Nach dem Film soll über die Situation in Mali und über die Hintergründe des aktuell einsatzstärksten Kampfeinsatzes der Bundeswehr berichtet und diskutiert werden. Denn EU und die Bundesrepublik bauen seit einigen Jahren Grenzschutz und Gendarmerieeinheiten für die Bekämpfung der Migration in mehreren afrikanischen Staaten auf. Frankreich und die USA stationierten im Norden von Niger schon vor einigen Jahren Drohnen zur Überwachung der Sahara. Dabei geht es um Bekämpfung der Migration, aber auch um die Sicherung des Abbaus von Uran für französische Kernkraftwerke und von Phosphat, das für die globale Landwirtschaft von zentraler Bedeutung ist.

 

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