Von Lateinamerika lernen…

… unter dieser Überschrift stand eine Veranstaltung die gestern Abend an der Universität Leipzig stattfand, – doch zunächst: Die für diese Woche angesetzten Verhandlungen über die Überarbeitung der 5. EU-Anti-Geldwäscherichtlinie wurden in den Dezember vertagt, da die EU-Mitgliedstaaten nicht verhandlungsbereit waren. Trotz der neuen Enthüllungen um die „Paradise-Papers“ haben sich EU-Parlament und Mitgliedsstaaten in dieser Woche nicht darauf einigen können, EU-weit öffentliche Register für die wirtschaftlich Begünstigten hinter Briefkastenfirmen und anonymen Trusts einzuführen. Insbesondere die Bundesrepublik blockiert hier die Verhandlungen. Durch die Richtlinie sollen alle Mitgliedsstaaten verpflichtet werden, öffentlich zugängliche Register über die wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen einzuführen um so konkret gegen illegale Aktivitäten wie Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorzugehen. Die Verhandlungen werden nun voraussichtlich am 6. Dezember 2017 fortgesetzt. Weiterlesen

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Das war kein Putsch…

Beim Referendum im Juli 2015 sagten die Menschen in Griechenland mit überwältigender Mehrheit „Nein – OXI“ zur Fortsetzung der europäischen Verarmungspolitik. Nur eine Woche später wurde die Syriza-Regierung von den europäischen Eliten gezwungen, genau diese abgelehnte Politik fortzuführen. Viele sprachen von „mentalem waterboarding“, dem Alexis Tsipras in dieser Nacht ausgesetzt worden sei. Soziale Bewegungen prägten den Slogan „This is a Coup“ – „Das ist ein Putsch“. Weiterlesen

Catastroika im UT Connewitz im Rahmen des globaLE Filmfestivals

In der vergangenen Woche zeigten wir den Film „Catastroika“ zu dem ich hier schon einiges geschrieben hatte im UT Connewitz. Thematisch gesehen war Catastroika der letzte Film in unserer diesjährigen Reihe zu Flucht, Verschuldung und Privatisierung. Der Kinosaal war mit rund 150 Besuchern wieder sehr gut gefüllt. Im Anschluss fand in kleinerem Kreis mit ca. 40 Leuten noch eine interessante Diskussion über öffentliches Eigentum und deren Bedeutung für Staat, Kommune und generell für demokratische Teilhabe statt. In den nächsten Wochen folgen weitere Filme die sich schwerpunktmäßig mit Fragen des Umweltschutzes und Fragen der Arbeitnehmerrechte beschäftigen. Weiterlesen

Griechenland – Deutschland: Wer schuldet wem?

Ein Beitrag von Eric Toussaint zum Londoner Schuldenabkommen von 1953:

Griechenland – Deutschland: Wer schuldet wem?

Seit 2010 rühmen sich die stärksten Länder der Eurozone, die Mehrzahl ihrer politischen Führer, unterstützt von den herrschenden Medien, ihrer angeblichen Großzügigkeit gegenüber der griechischen Bevölkerung und der anderer geschwächten Länder der Eurozone (Irland, Portugal, Spanien…). Sie bezeichnen als „Rettungsplan“ Maßnahmenpakete, die die Wirtschaften der Empfängerländer noch tiefer in die Krise treiben und eine soziale Regression beinhalten, wie es sie in den letzten 65 Jahren in Europa nicht mehr gegeben hat. Hinzu kommt der Betrug mit dem Schuldenschnitt für Griechenland, der im März 2012 angenommen wurde und der eine Reduzierung der Forderungen der privaten Gläubigerbanken gegenüber Griechenland um 50%, während ihre Forderungen bereits 65–75% ihres Werts auf dem Sekundärmarkt verloren hatte. Weiterlesen

Let’s make money – globaLE Sommerkino im Clara-Zetkin-Park

Am vergangenen Donnerstag zeigten wir den Film „Let’s make money“ im Rahmen des globaLE- Filmfestivals im Leipziger Clara-Zetkin-Park.  Trotz des später recht kalten Abends kamen gut 200 Besucherinnen und Besucher zum Film auf die Wiese zwischen Glashaus und Teich. Der österreichische Regisseur Erwin Wagenhofer wurde 2009 für seinen Film mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Der Film ist eine Reise um die Welt. Er zeigt Zusammenhänge, Ursachen und auch Auswirkungen der Finanzkrise. Der Film ist von 2008, hat aber bis heute leider nichts von seiner Aktualität eingebüßt, Weiterlesen

GlobaLE 2012 – globalisierungskritisches Kino in Leipzig vom 23.08.-24.10.2012

Gemeinsam mit anderen organisiere ich seit einiger Zeit das diesjährige globaLE Filmfestival. Das ganze findet dieses Jahr von Mitte August bis Ende Oktober statt und es wäre klasse, einige von Euch dort zu sehen. Das Projekt globaLE gibt es seit 2004 und wurde auf Initiative von attac Leipzig und Eine Welt e.V. ins Leben gerufen. Es ist ein politisches Filmfestival welches Film als Medium nutzt, um die globalen Auswirkungen des Neoliberalismus zu dokumentieren, aber auch den Widerstand gegen Ausbeutung und Ausgrenzung zu zeigen und wie Menschen ihren Mut, ihre Würde und ihre Hoffnung nicht verlieren. Dabei ist Film eine Ausdrucksform, die einen direkten, sinnlichen Zugang zur globalen Wirklichkeit schaffen kann. Thematische Filme, hauptsächlich Dokumentationen, wollen wir einem breiteren Publikum zugänglich machen. Unterstützt wird das ganze durch Vorträge und Diskussionen. Der Eintritt ist frei!
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Attac Aktion zum Commerzbank Firmenlauf: „Mitlaufen macht mitschuldig!“

Mit der Ausrichtung des „Commerzbank Firmenlauf“ am gestrigen Mittwoch gab sich die Commerzbank als engagierter Partner für die lokale mittelständische Wirtschaft. Dass sie in größerem Maßstab aber gehörig Dreck am Stecken hat, darauf machten Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac mit einer Aktion aufmerksam.

In vielen fragwürdigen Geschäftsfeldern gehört die Commerzbank zu den ganz großen Spielern: bei der Finanzierung von Landraub, Atomkraft und Rüstungsindustrie ebenso wie bei Investitionen in Kohlekraftwerke und Agro-Gentechnik. Darüber hinaus ist sie mit 338 Unternehmensverbindungen in Steueroasen aktiv, sie hinterzieht so massiv deutsche Steuergelder und trägt in hohem Maße Mitverantwortung an der Verschuldung der öffentlichen Hand. Als die Commerzbank durch Spekulationen und faule Geschäfte Milliardenverluste einfuhr, wurde sie jedoch vom deutschen Steuerzahler gerettet und so sogar noch ihre Übernahme der Dresdner Bank finanziert.
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