Krankenhaus statt Fabrik

Wie in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft ist auch das Gesundheitssystem in der Bundesrepublik auf Wettbewerb und Marktwirtschaft getrimmt worden. Wir kennen die neoliberale Ideologie aus zahlreichen anderen Bereichen der Daseinsvorsorge: Die der Privatisierung zugrunde liegende Auffassung ist, dass nur ein privates (Profit-)Interesse Menschen antreibt, effektiv zu arbeiten, Prozesse zu optimieren und mit Ressourcen sparend umzugehen. Diese Art des “ökonomischen“ Umgangs mit allem wird sachlich für die beste gehalten. Da es in Institutionen der öffentlichen Hand keine unmittelbaren Privateigentümer gibt, werde dort nicht effektiv gearbeitet, herrsche Schlendrian, Zeit- und Ressourcenverschwendung. Soweit die These. Sie wird in der Bundesrepublik spätestens seit Anfang der 90er Jahre auch für das Gesundheitswesen mit Nachdruck vertreten. Die Privatisierung von Bereichen der Daseinsvorsorge wird oft mit der Argumentation von „Sachzwängen“ (man könne ja nicht anders) als alternativlos dargestellt. Damit werden die handfesten Interessen die hinter Privatisierungen stehen allzuoft verschleiert. Kaum ein Industrieland hat öffentliche Krankenhäuser in so großem Umfang an private Konzerne verkauft wie die Bundesrepublik. Weiterlesen

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Zukunft braucht Bildung – Tausende bei Demonstration in Leipzig gegen Kürzungen in der Bildung

Aktuell demonstrieren gut 10.000 Menschen in Leipzig für eine bessere finanzielle Ausstattung der Hochschulen und Schulen und einen Stopp der Kürzungspläne.  Ein breites Bündnis aus bildungspolitisch Aktiven, Studierenden-, Schüler- und Elternvertretungen, Gewerkschaften sowie Parteien hatte zu der Demonstration „Kürzer geht’s nicht! – Zukunft braucht Bildung“ aufgerufen. Hintergrund für den gewählten Zeitpunkt der Demonstration sind auch die aktuell laufenden Haushaltsverhandlungen für den kommenden Doppelhaushalt des Freistaates Sachsen. Weiterlesen

Aufruf zur Demonstration „Kürzer geht’s nicht!“ am 25.06.2014 in Leipzig

Das Problem ist nicht neu, – im Gegenteil: Jahr für Jahr werden, seit mittlerweile zwei Jahrzehnten in Sachsen die Stellen an den Hochschulen zusammengestrichen, Studiengänge geschlossen und „marktkonforme“ Strukturen etabliert. Egal ob in Sachsen eine CDU allein, eine Koalition zwischen CDU und SPD oder wie aktuell, eine Koalition zwischen CDU und FDP regiert: Die Kürzungen, der Stellenabbau und die Entdemokratisierung der Hochschulen wurden seit Anfang der ’90er Jahre bis heute weiter vorangetrieben.
Wie einerseits die lernresistente sächsische Landesregierung, gibt es aber glücklicherweise andererseits auch immer wieder Gegenwind und starken Protest aus den Hochschulen und anderen von Bildungs- und Sozialabbau betroffenen Einrichtungen. Einmal mehr wird am 25.06.2014 eine große Demonstration in Leipzig stattfinden Weiterlesen

Das Venedig Prinzip – Eine Stadt geht baden

Gestern zeigten wir den Film „Das Venedig-Prinzip“ im Rahmen des globaLE Filmfestivals. Trotz des recht regnerischen Wetters kamen gut 90 Gäste zum Film in den Clara-Zetkin-Park und machten es sich unter den Schutz bietenden Bäumen gemütlich. Der Dokumentarfilm von Andreas Pichler ist wirklich sehenswert.  Er zeigt die andere Seite des „romantischen Venedig“ und setzt sich mit dem touristischen Massenandrang und den daraus resultierenden Konsequenzen für die letzten Venezianer auseinander. Was passiert mit den Einwohnern und einer Stadt, die durch Kommerz und Profitstreben zu einer Art Disneyland gemacht wurde und wird? Weiterlesen

Chronik eines angekündigten Todes: Privatisierung im Erziehungs- und Bildungswesen in Griechenland

Im Folgenden möchte ich auf einen Artikel, der auf den Seiten der Rosa-Luxemburg-Stiftung vor einigen Tagen erschienen ist verweisen. Darin wird beschrieben welche Auswirkungen die Austeritätspolitik der Troika, – maßgeblich auch durch die deutsche Bundesregierung vorangetrieben – auf die Bildungslandschaft in Griechenland hat.

Zur Umgestaltung der europäischen und griechischen Bildungslandschaft. Vortrag von Prof. Alexandra Ioannidou (Athen).

Was sich in den letzten Monaten in Griechenland im Bereich Bildungswesen abspielt, könnte meines Erachtens durchaus „die Chronik eines angekündigten Todes“ genannt werden. Die Bildungsreform, die heute in Griechenland in sehr intensiver Form und im Eiltempo durchgesetzt wird, hätte eigentlich viele Jahre zuvor stattgefunden, wäre nicht das Hindernis der griechischen Verfassung, und zwar des Artikels 16 derselben, das unter anderem besagt: Weiterlesen

Neues Hochschulranking 2012 – CHE Hochschulranking gehört abgeschafft

Das bertelsmannfinanzierte Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat in diesen Tagen sein diesjähriges sogenanntes „Hochschulranking“ veröffentlicht. Auch wenn zahlreiche Hochschulen aus Protest aus diesem Ranking ausgestiegen sind, informieren sich leider noch immer einige Studierwillige auf diesem Wege über Hochschulen, was sicher auch an der Medienpartnerschaft zwischen CHE und der ZEIT liegt. Dabei ist das CHE Ranking alles andere als ein Studienführer. Das CHE ist ein Lobbyunternehmen, welches bereits seit Jahren darauf hinarbeitet den Bildungsbereich zu kommerzialisieren und die Wissensgesellschaft vollständig zu ökonomisieren. Hinter den Rankings verbirgt sich die Idee einer Ökonomisierung der Bildung. Für Konzerne wie Bertelsmann eine Lizenz zum Geld drucken. Bildung wird nur noch anhand einiger wirtschaftlicher Faktoren beurteilt anstatt es als Grundrecht und als öffentliches Gut zu begreifen, was jedem Menschen gleichermaßen offen stehen muss. (An der Stelle auch der Hinweis auf eine Broschüre von 2009 (pdf).) Weiterlesen

Bertelsmänner auf Beutezug

Die Bertelsmann AG steigt ins Geschäft mit der akademischen Bildung ein. Den Anfang macht Europas größter Medienkonzern als Ankerinvestor eines „University Ventures Fund“, der mit Studien- und Weiterbildungsprogrammen dies- und jenseits des Atlantik auf Profitjagd geht. Für Wolfgang Lieb ist der Schritt nur folgerichtig. Im Gespräch mit Studis Online schildert der ehemalige Politiker, wie das Gütersloher Unternehmen in langjähriger politischer Vorfeldarbeit den Boden bereitet hat, auf dem er jetzt die Ernte einfahren will.

Hier das gesamte Interview als pdf

Quelle: Studis-Online vom 27.02.2012